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Chronik Niederösterreich
05/02/2012

Aufmarsch gegen Kündigung

Waidhofen a.d. Thaya: Die Gewerkschaft protestierte mit einem Maiaufmarsch gegen den Rauswurf einer Gemeindebediensteten.

von Jürgen Zahrl

Bürgermeister Kurt Strohmayer-Dangl ließ sich davon wenig beirren. So locker, wie kurz davor, wirkte er aber nicht mehr, als eine kleine Abordnung der Gemeindebediensteten-Gewerkschaft (GdG) mit gebastelten Tafeln am Hauptplatz in Waidhofen an der Thaya aufmarschierte, still protestierte und während des Maibaum-Setzens Flugblätter an die Bürger verteilte. „Ihr einziger Fehler, der Einsatz für die Bediensteten der Stadtgemeinde, kostete Monika Steiner ihren Job!“, stand etwa auf dem Blatt Papier.

Für die Gewerkschaft ist es inakzeptabel, was Bürgermeister Strohmayer-Dangl – anscheinend auf Drängen von Stadtamtsdirektor Rudolf Polt – gemacht hat. Wie berichtet, ist die Gemeindebedienstete und Vorsitzende des Dienststellen-Ausschusses, Monika Steiner, suspendiert. Sie soll mit Ende September – nach 22 Dienstjahren – das Rathaus verlassen, weil die Gemeindechefs davon überzeugt sind, dass sie schlampig und fehlerhaft gearbeitet habe. Steiner sieht dahinter eine Kampagne gegen sie als Gewerkschafterin, weil sie für das Stadtamt unangenehm geworden sei.

Verfahren

Während Steiner mit ihrem Rechtsanwalt eine Klage gegen ihre Kündigung vorbereitet, wird sie nun von mehreren Arbeitskollegen in einem offenen Brief kritisiert. Darin heißt es sinngemäß: „Wir können nicht bestätigen, dass sich Steiner als Personalvertreterin für uns eingesetzt hat.“ Die 39-Jährige sei bestenfalls nach mehrfachen Aufforderungen tätig geworden, in vielen Fällen überhaupt nicht.

Diese Worte wirken auf Insider eigenartig. „Steiner ist seit 1998 als Vorsitzende des Dienststellenausschusses mehrmals wiedergewählt worden“, erklärt Thomas Bauer, Vertreter der Gemeindebediensteten-Gewerkschaft: „Wenn viele mit ihr unzufrieden waren, warum hat keiner im Rathaus gegen sie kandidiert?“ Bauer glaubt, dass die Bediensteten eingeschüchtert und unter Druck gesetzt werden, damit sie gegen Steiner aussagen, was der Bürgermeister erwartungsgemäß bestreitet. Für Steiner ist klar: „Der Brief ist ein Beweis dafür, dass es nicht um meine Arbeitsleistung als Bedienstete, sondern doch um die Tätigkeit als Personalvertreterin geht.“

Strohmayer-Dangl versucht, locker zu bleiben: „Für uns ist diese Sache erledigt. Die Kündigung ist gerechtfertigt.“ Er weiß aber selber genau, dass es ein gerichtliches Nachspiel geben wird.

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