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Chronik Niederösterreich
12/13/2019

Aufbruch in eine neue Fußball-Ära

Vom Glanz des SV Stockerau ist wenig übrig – ein neues Führungsteam soll das künftig ändern

von Kevin Kada

Vielen ist er noch in Erinnerung. Der Abend des 30. Mai im Cup-Finale 1991 zwischen dem SK Rapid Wien und Überraschungsfinalist SV Stockerau. Und noch viel überraschender war der Ausgang. Die Weinviertler siegten gegen den Rekordmeister im Ernst Happel Stadion mit 2:1 durch Tore von Michael Wenzel und Peter Pospisil.

Es folgte ein Auftritt in der Qualifikation für den Cup der Cupsieger, dem Vorgänger der heutigen Europa League. Zwei 0:1-Niederlagen gegen die Engländer von Tottenham Hotspurs machten den Traum von der Gruppenphase zunichte. Und damit begann auch der sportliche Abstieg.

Von der Zweiten Bundesliga ging es in den folgenden Jahren bis in die sportliche Fünftklassigkeit. Die Realität heißt zweite Landesliga. Dort steht man aktuell am siebenten Platz im tabellarischen Niemandsland. Im Vorjahr war es am Ende Platz 11 von 14. In der Saison 2017/2018 konnte man mit dem vorletzten Platz gerade noch den Abstieg verhindern. Der Glanz früherer Zeiten ist auch in der Spielstätte verflogen.

Investitionen nötig

Das Stadion Alte Au ist in die Jahre gekommen. Nur eine große Flutlichtanlage samt Tribüne für mehrere hundert Besucher erinnern an bessere Zeiten. Doch das gesamte Stadion ist massiv sanierungsbedürftig. Einzig die finanzielle Lage des Vereins verhinderte das bisher.

Doch der Glanz der 1990er-Jahre soll wieder zurück in die größte Stadt des Weinviertels kommen. Dafür sorgen will ein neues Führungsteam rund um den frisch gewählten Präsidenten Thomas Schmidt.

Bis zum Sommer leitete der ehemalige Präsident Othmar Holzer die Geschicke des Vereins. Unter seiner Führung gab es allerdings auch etliche Zerwürfnisse. Zuletzt gipfelte eine davon in der Gründung des FC Stockerau, der ein reiner Nachwuchsverein ist.

Die Initiatoren des Vereins waren mit der Jugendarbeit des SV nicht zufrieden und gründeten ihren eigenen Verein. Dem SV Stockerau tat diese „Abspaltung“ sichtlich weh. In der Jugend kann man sich nur mit Kooperationen mit anderen Teams über Wasser halten. Dem FC Stockerau geht es aber ähnlich.

Neustart

Hier setzt der neue Präsident Thomas Schmidt an: „Unser vorrangiges Ziel ist es, dass wir die Nachwuchsarbeit des SV Stockerau neu strukturieren und dort in die Zukunft des Vereins investieren.“

Schmidt ist Baumeister in Stockerau und war selbst Fußballer. Unter anderem bei der Admira, aber auch in Stockerau. Bisher bekleidete er keine Funktion beim Verein. Grund für die Führungsstelle beim SV ist auch der neue Vize-Präsident Stefan Pencik.

Er ist selbst Vater eines Kindes im Stockerauer Nachwuchs: „Dann haben viele gemeint, dass wir die neue Vereinsführung machen sollen, weil dringend jemand gesucht wurde. Und jetzt sitzen wir da und machen es.“

Ziele

Der Nachwuchs ist für die beiden Funktionäre ein Schlüsselelement im Verein. Auch mit dem FC Stockerau wird der neue Präsident Schmidt das Gespräch suchen: „Langfristig ist es das Ziel, dass es nur einen Fußballverein in Stockerau gibt und wir die Kräfte bündeln.“ Außerdem soll ein Nachwuchsleiter installiert werden.

Allem Jubel über die neuen Führungskräfte zum Trotz, zügelt Schmidt die Erwartungen: „Es kann jetzt niemand davon ausgehen, dass wir in ein paar Jahren wieder in der Zweiten Bundesliga spielen. Unser langfristiges sportliches Ziel, ist es, dass wir in die 1. Landesliga kommen. Dafür wartet aber noch viel Arbeit auf uns.“

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