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Chronik Niederösterreich
03/27/2021

Apotheken in der Pandemie: „Es gibt viel Unsicherheit“

Der Arbeitsaufwand hat sich in der Krise vervielfacht - zwei Apothekerinnen aus NÖ erzählen.

von Teresa Sturm

Das Aufgabengebiet von Apothekerinnen und Apotheker war auch bisher kein kleines. Durch die Pandemie hat sich eben jenes aber deutlich erweitert. Neben der Beratung der Kundschaft, Herstellung von Arzneien und der Aufklärung bei medizinischen Fragen, kommen jetzt noch mehr unternehmerische Herausforderungen dazu.

So findet seit einigen Wochen die Verteilung der gratis Corona-Testkits über Apotheken statt. Zusätzlich haben sich viele Pharmazeuten dazu entschieden, Corona-Testungen selbst durchzuführen. Und auch die Unsicherheit bei Patientinnen und Patienten ist spürbar. Es gibt viel Informationsbedarf.

 

Als größte Herausforderung sieht Alice Wittig-Pascher, Inhaberin einer Apotheke in Heidenreichstein (Bezirk Gmünd), dass man, mittlerweile seit einem Jahr ständig flexibel sein müsse: „Wir haben normalerweise einen sehr geregelten Ablauf, das hat sich sehr geändert.“ Zudem gab es zu Beginn viele Fragen bezüglich der Einführung der e-Rezepte: „Das war von einem Tag auf den anderen und der Ablauf war noch nicht klar.“ Wittig erinnert sich auch noch, dass sie tagelang versucht hat Alkohol einzukaufen, weil es keine Desinfektionsmittel gab.

Schutzmaßnahmen

Claudia Gonda, Leiterin der Stadtapotheke Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) sagt, dass auch die außerordentlichen Hygiene-Maßnahmen einen Mehraufwand bedeuten würden. „Man verspürt auch einen gewissen Druck, weil man die Leute nicht zu lange vor der Tür stehen lassen möchte und versucht daher noch schneller zu arbeiten. Zusätzlich müssen wir natürlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie auch uns selbst schützen“, sagt Gonda. Als vor gut einem Jahr klar wurde, dass der Lockdown kommt, musste die Apotheke kurzerhand umgebaut werden. „In einer Nacht-und-Nebel-Aktion hat uns ein befreundeter Tischler Plexiglaswände aufgestellt. Das Rohmaterial organisierten wir selbst von Freunden, die einen Baumarkt besitzen. Das war eigentlich schon sehr schön, zu erkennen, wie viele Leute man kennt, die einem sogar am Wochenende helfen“, sagt Gonda.

Von der Solidarität am Land spricht auch Wittig-Pascher: „Das gegenseitige Helfen ist sehr ausgeprägt. Das hat gerade am Anfang der Pandemie sehr geholfen.“

 

Für die beiden Apothekerinnen überwiegt das Positive im Beruf auf jeden Fall. Das Schönste ist für Gonda, dass es so viel Stammkundschaft gibt. „Die Beziehung zu den Leuten ist sehr gut, weil viel Vertrauen da ist und weil man geschätzt wird. Das ist nichts Oberflächliches. Meist kennen wir die ganze Familie und das ist einfach sehr schön.“

Und das Vertrauen ist gerade bei Beratungstätigkeiten wichtig. „Es gibt viel Unsicherheit“, sagt Wittig-Pascher. Die Impfungen seien gerade ein großes Thema. „Dazu gibt es viele Fragen.“ Die Apothekerin findet es gut, dass da offen kommuniziert wird: „Man liest ja so viel Blödsinn.“

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