Chronik | Niederösterreich
29.04.2017

Anrainer kämpfen gegen "Betonklotz" in Schutzzone

In Klosterneuburg sollen neue Wohneinheiten entstehen. Anrainer wehren sich mit Bürgerinitiativen.

Die Skallgasse 9 bis 15 in Klosterneuburg ist Gegenstand und Sinnbild eines momentanen Streites zwischen den Anrainern und der Stadtregierung. "Das gesamte Gebiet rund um die Gasse stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde 2015 zur Schutzzone. Auf einer freien Fläche dazwischen soll nun ein Haus mit 20 Wohneinheiten gebaut werden", sagt Elisabeth Spitz, die sich gegen das Projekt einsetzt und im Rahmen einer Bürgerinitiative schon 480 Unterschriften dagegen gesammelt hat. Außerdem ließ sie ein Gegengutachten zu jenem der Stadt Klosterneuburg erstellen. Darin heißt es, dass "eine harmonische Einfügung in die charakteristische Struktur des Ortsbildes bzw. der Schutzzone nicht gegeben ist".

Bürgerinitiativen vereinen

Gemeinsam mit den Unterschriften hat Spitz das Gutachten dem Bürgermeister von Klosterneuburg, Stefan Schmuckenschlager (ÖVP), übergeben. "Das hat aber nichts gebracht. Am 18. April ist die Baubescheinigung gekommen. Jetzt ist es ein laufendes Verfahren und wir können nur in die zweite Instanz, zum Landesgericht gehen – was wir mit Sicherheit auch machen werden", erklärt Spitz.

Die Skallgasse stehe exemplarisch für mehrere Fällen, wo die Schutzzone laut Spitz nicht eingehalten werden würde. "Durch die Schutzzone werden den Bewohnern harte Auflagen gegeben, wie wir unsere Häuser zu sanieren haben, damit sie ins Ortsbild passen. Gleichzeitig wird uns ein Betonklotz nach dem anderen vor die Nase gesetzt", sagt Spitz. Deswegen möchte sie nun all die kleinen Bürgerinitiativen die anlassbezogen entstanden sind in einer großen Initiative vereinen: "Es ist unrecht, was passiert, dagegen muss man vorgehen."

"Allgemeiner Unmut"

Schmuckenschlager sagt unterdessen: "In der Skallgasse handelt es sich um ein unbebautes Grundstück, man muss da auf kein historisches Gebäude achten. Lediglich das Ensemble darf nicht zerstört werden." Dies werde jedoch derzeit geprüft. Er ergänzt: "Es herrscht ein allgemeiner Unmut in der Wiener Umgebung. Man möchte viel verbieten, um selbst Vorteile zu haben. Das ist nicht im Sinne des Gemeinwesens."