Rasant unterwegs mit neun Jahren: Anna Makolm will Rennfahrerin werden
Von Laura Pusker
Mit gerade einmal neun Jahren gewann die Eggenburgerin Anna Makolm ihren ersten Staatsmeistertitel, als einziges Mädchen im Starterfeld. Bei einem internationalen Rennen in Bahrain erreichte sie den elften Platz und war damit die beste Fahrerin Europas.
Erfolge, die zeigen, dass Annas Weg im Motorsport längst mehr ist als ein außergewöhnliches Hobby, sondern das Ergebnis harter Arbeit, großer Disziplin und familiären Zusammenhalts.
Früh auf der Ideallinie
Schon früh entdeckte Anna ihre Begeisterung für den Rennsport. Zu ihrem dritten Geburtstag schenkten ihr ihre Eltern ein Kart. „Was mit ein paar Runden am Hof begonnen hat, wurde schnell mehr als nur ein Hobby“, erzählt ihre Mutter. Seit ihrem fünften Lebensjahr betreibt Anna den Kartsport professionell und trainiert seither regelmäßig einmal pro Woche.
An den Wochenenden dreht sich bei der Familie vieles um den Motorsport. Annas Trainingswochenenden beginnen meist am Freitag und dauern bis Sonntag. Trainiert wird unter anderem in Bruck sowie regelmäßig in Italien. „In Italien sind die Trainings besonders intensiv, das fühlt sich oft an wie ein richtiges Rennen“, erzählt Anna. Ein wichtiger Bestandteil, um die Neunjährige früh an den Leistungsdruck im internationalen Motorsport heranzuführen.
Begleitet wird Anna dabei stets von ihren Eltern, die sich bei den Fahrten zu Trainings und Rennen abwechseln. Da Anna noch zwei jüngere Schwestern hat, ist Organisation im Familienalltag besonders wichtig. Trotz des hohen Zeitaufwands gelingt es der Familie, Schule, Training und Privatleben miteinander zu vereinbaren.
Sport und Schule
Wenn Anna nicht selbst im Kart sitzt, trainiert sie zu Hause am Simulator, analysiert Strecken oder bereitet sich auf kommende Rennen vor. „Vor dem großen Wochenende in Bahrain hat sie viel am Simulator trainiert“, berichten die Eltern. Trotz des dichten Terminplans besucht sie ganz normal die Schule und verbringt auch Zeit mit ihren Freunden. Ihre Hausaufgaben erledigt sie oft direkt an der Rennstrecke. „Oft sitze ich mit den anderen Kindern, gegen die ich im Rennen fahre, zusammen am Tisch und lerne“, erzählt Anna.
„Die Schule und Bildungsdirektion unterstützen Anna sehr in ihrem Traum, Rennfahrerin zu werden“, erklärt ihr Vater. „Versäumter Stoff wird nachgeholt, das funktioniert gut, und auch mit ihren schulischen Leistungen sind wir sehr zufrieden“.
Die Unterstützung ihrer Eltern ist ein zentraler Bestandteil von Annas sportlicher Entwicklung. Gemeinsam mit Trainern arbeiten sie kontinuierlich an ihrer Weiterentwicklung. „Nach jeder Einheit schauen wir gemeinsam mit den Trainern die Daten an, besprechen Details und arbeiten gezielt an ihrem Fahrstil“, betonen die Eltern.
Prominente Konkurrenz
Zusätzlich trainiert Anna gezielt ihre Reaktion und Koordination, um ihr Feingefühl im Kart weiter zu optimieren. Nebenbei lernt die Neunjährige Englisch und Italienisch, da es zwei wichtige Sprachen im internationalen Motorsport sind, in dem sie sich bereits jetzt bewegt.
Auf der Rennstrecke misst sie sich schon mit bekannten Namen wie Jack Wolff, dem Sohn von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, Johann Berger, Sohn des ehemaligen Formel-1-Piloten Gerhard Berger, sowie Daniel Häkkinen, Sohn des zweifachen Weltmeisters Mika Häkkinen.
Am 11. Februar startet Anna in das erste Rennen der Saison, insgesamt stehen 24 Rennen auf dem Programm. Sie sammelt dabei nicht nur Punkte, sondern auch wertvolle Erfahrung für ihren weiteren Weg. „Das Ziel ist es, nicht nur schneller zu werden, sondern mental dem Rennsport gerecht zu werden“, erklärt die Familie.
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