Von Kika zu Karts: Neues Entertainment-Center in Wiener Neustadt

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Der oberösterreichische Unternehmer Norbert Lehner hat mit der ehemaligen Kika-Filiale in der Stadionstraße Großes vor. Die Rede ist von Kartrennen, Kletterhalle und Kulinarik.

Es sind 34.000 Quadratmeter Geschäfts- und Hallenfläche in Bestlage in Wiener Neustadt. Derzeit verwaist. Die Pleite des Möbelhändlers Kika/Leiner hat an vielen Orten Österreichs kein schönes Stadtbild hinterlassen. Das soll sich zumindest im südlichen Niederösterreich bald ändern.

Denn was die Zukunft des Ex-Kika-Standortes in der Stadionstraße in Wiener Neustadt anbelangt, gibt es visionäre Pläne. Ein erstes Abtasten dafür hat kürzlich im Wiener Neustädter Rathaus im Zuge eines Bausprechtages stattgefunden, bestätigt die Stadtgemeinde auf KURIER-Anfrage. Dort wurden Pläne vorgestellt, die auch auf großes Interesse der Politik gestoßen sind. Denn die Stadt wolle das Geisterhaus möglichst rasch einer sinnvollen Nutzung zuführen, heißt es.

Es gibt Pläne, wonach das alte Möbelhaus zu einem der größten Entertainment-Center Europas werden könnte.

Unternehmer plant

Eigentümer des riesigen Objekts ist kein Unbekannter. Norbert Lehner ist im oberösterreichischen Scharten Anfang der 2000er-Jahre mit der hauseigenen Fleischerei und dem „Bauernleberkäse“ wirtschaftlich erfolgreich geworden. Er betrieb bis zu 20 Bistros in diversen Bauhäusern.

Das war dem Landwirt aber nicht genug und so gründete der gelernte Kfz-Mechaniker, Schlosser und Dreher 2014 die Lenox-Trading GmbH. Damit ist Lehner zu einem der großen Player für gebrauchte Lagertechnik, Stahlbaubühnen, Hochregallager usw. im deutschsprachigen Raum geworden.

Mit 100 Mitarbeitern bietet Lenox-Trading CAD-Planung, Lieferung und Montage aus einer Hand. Kurz nach der Übernahme von Kika-Leiner durch René Benko kaufte er die gesamte Ausstattung von fünf Möbelhäusern. 2021 erstand Lenox-Trading das Inventar und die gesamte Ware des Leiner-Flaggschiffs Mariahilfer Straße. Gemeinsam mit dem Auktionshaus Aurena sicherte sich der Unternehmer außerdem alle Kika-Schließungsfilialen inklusive Warensortiment.

Indoor-Freizeitpark

Obwohl die Immobilien selbst zunächst wirtschaftlich eher uninteressant erschienen, kaufte Lehner mit dem Ex-Kika-Standort in Wiener Neustadt auch eines der Möbelhäuser. Die vorgestellten Pläne drehen sich um den Umbau des alten Möbelhauses zu einem 34.000 Quadratmeter Indoor-Freizeitpark, der selbst das Alma-Center im deutschen Gelsenkirchen (15.000 Quadratmeter) in den Schatten stellen soll. Die Rede ist von einem der größten Indoor-Kartcenter über mehrere Stockwerke, Escape-Rooms für Gruppen von über 100 Personen, Fitness, Gastronomie, Boulderhalle und vielem mehr.

Der KURIER hat den Unternehmer zu den Gerüchten und dem Bausprechtag bei der Gemeinde befragt. Lehner lässt sich (noch) nicht in die Karten blicken. Ein Dementi blieb aber aus. Er will nur so viel verraten: „Wir prüfen gerade diverse Ideen und Konzepte. Es gibt gewisse Überlegungen, die in Richtung eines einzigartigen Freizeitangebots gehen“, so der Unternehmer.

„Größer denken“

Wenn, dann muss sich das Konzept vom Mainstream abheben. Lehner ist bekannt dafür, gerne ein Alleinstellungsmerkmal mit seinen Ideen zu haben. „Natürlich kann man für die Flächen einfach Mieter finden, die mit Geschäften, Gastronomie, Sport oder Entertainment das Haus wieder zum Leben erwecken“, erklärt Lehner. Der Unternehmer ist aber auch bekannt dafür, „größer“ zu denken und Visionen umzusetzen, heißt es aus seinem Umfeld.

Er selbst gibt sich gerne als der „Bauernbub aus dem Hausruckviertel“. Dieser Bauernbub hat kürzlich erst den nächsten Großauftrag an Land gezogen. Siemens liefert noch heuer 94 neue Zuggarnituren für die Picadilly-Line der Londoner U-Bahn. Lehner hat mit seiner Schlosserei aus Breitenaich (Bezirk Eferding) den Zuschlag erhalten, zum Bau der U-Bahnzüge spezielle Montagebühnen für das neue Werk von Siemens in England zu liefern.

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