Andreas Onea: Mit Verspätung nach Mexiko

Andreas Onea spult seine Trainings-Kilometer in der Südstadt herunter
Der Para-Schwimmer reist nächste Woche zur verschobenen WM.

Am 28. November geht’s los: Schwimm-Ass Andreas Onea fliegt nach Mexiko Stadt zu den Para-Schwimm-Weltmeisterschaften, die von 2. bis 7. Dezember stattfinden. Neben der Mödlingerin Sabine Weber-Treiber ist Onea der einzige Österreicher am Start. Sein Ziel ist es, am Podium zu stehen. Beim Lagencup in Wien-Floridsdorf verbesserte er zuletzt den Rekord über 100 m Delfin um 3,59 Sekunden auf 1:05,87.

Onea verlor im Alter von sechs Jahren bei einem Autounfall seinen linken Arm. Bei der Rehabilitation wurde ihm Schwimmen ans Herz gelegt. Bis dahin war er Nicht-Schwimmer. "Es ist mir sicher zugute gekommen, dass ich es einarmig gelernt habe", sagt der 25-Jährige. 2001 wurde er dann zu seinem ersten Wettkampf geschickt, wo er den letzten Platz machte. Nur vier Jahre später wurde er Staatsmeister. Bei den darauffolgenden Weltmeisterschaften gehörte er plötzlich zu den schnellsten Para-Schwimmern.

Andreas Onea: Mit Verspätung nach Mexiko
Andreas Onea Schwimmer Paraolympics
2008 machte er bei den Paralympics in Peking den sechsten Platz. "So hat sich eines nach dem anderen ergeben und ich habe meinen Traum von einer Para-Medaille entwickelt", erzählt Onea. Seither ist viel passiert. Er hat Weltrekorde aufgestellt und Medaillen (darunter Bronze bei den Paralympics in Rio 2016) gewonnen. Zu seinen emotionalsten Siegen gehört der erste Platz bei den Staatsmeisterschaften der Nichtbehinderten 2012. "Wenn ich daran denke, steigen mir heute noch die Tränen in die Augen", sagt Onea sichtlich gerührt.

Erdbeben

Zur Vorbereitung auf Mexiko trainiert er in der Südstadt. Rund fünf Kilometer schwimmt er jeweils in der Früh und Abend. Hinzukommen Kraft- und Ausdauertraining. Schwierigkeiten in der Vorbereitung bereitete die Verschiebung der Großveranstaltung aufgrund des schweren Erdbebens in Mexiko Ende September. "Die Form war zu dem Zeitpunkt schon aufgebaut. Dann hatte ich eine Zwangssperre. Als der neue Termin feststand, musste ich sofort wieder zu trainieren anfangen. Aber allen Teilnehmern geht es da gleich", sagt Onea. So leicht lässt er sich nicht aus der Fassung bringen. "Durch den Unfall musste ich schon früh lernen, wie man damit umgeht, wenn etwas nicht nach Plan läuft."

Wenn er aus Mexiko zurückkommt, geht es gleich los mit den Vorbereitungen auf den 24. Dezember los. Da moderiert er die ORF-Sendung "Licht ins Dunkel". Nach Sendungsschluss wird er zur Familie nach Deutsch Wagram fahren und dort feiern. Dann geht es nach Rumänien eine Woche auf Urlaub – denn die nächsten Sportveranstaltungen warten schon – insbesondere die Paralympics in Tokio 2020.

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