Wie in Amstetten Plan B zur Rettung des Don Bosco-Heims heranreift
Das Don Bosco-Heim Amstetten muss aus finanziellen Gründen nach 60 Jahren im Herbst zusperren.
Nach den sehr emotionalen Protestbotschaften im Amstettner Gemeinderat gegen die existenzielle Streichung der Förderung des Landes Niederösterreich für das Jugendheim Don Bosco herrscht Anspannung in der Stadt. Die Stimmen aus der Bevölkerung, die den weiteren Betrieb auch nach dem heurigen 60. Betriebsjahr fordern, werden mehr und lauter. Im Hintergrund wird an einem „Plan B“ zur Rettung des Jugendhorts für 8- bis 18-Jährige gebastelt.
Das Don Bosco-Heim in Amstetten muss ohne Hilfe im September zusperren.
Auch bei der frühmorgendlichen Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch – wie berichtet wurde, eine Resolution an FPÖ-Landesrat Martin Antauer zur Rücknahme des Förderungsstopps beschlossen – war der Wille, das Don Bosco-Heim nicht fallen lassen zu wollen, förmlich spürbar. Und in etlichen Wortmeldungen war das auch zu hören.
Plötzliche Streichung
Doch auch die eigentliche Botschaft an FPÖ-Antauer und die Landespolitik, dass nämlich verantwortungsvolle Politik nicht in brüsken Streichungen passieren dürfe, sollte nicht verwässert werden. Konkret geht es heuer um 50.000 Euro, die LR Antauer auf Kosten der Amstettner wegen „links-wokem Wahnsinn“ einsparen will. Gemeint sind damit kleinere Events zur LGBTIQ-Thematik im höchst aktiven Jugendhort der Salesianer.
„Es gilt jetzt, die Antwort von Landesrat Antauer auf die Resolution abzuwarten. Dann werden wir das weitere gemeinsame Vorgehen beraten“, sagt Amstettens Vizebürgermeister Markus Brandstetter (ÖVP).
Spenden
Er sprach in der mittwöchigen Sitzung Hilfsaktionen zur finanziellen Unterstützung des Heims bereits sehr konkret an. Auch selbst habe er bereits inklusive einer Eigenspende 3.700 Euro für das Heim beisammen, sagte Brandstetter. Mit Firmen und Persönlichkeiten gäbe es zudem bereits Kontakte über eventuelle Unterstützungen, so der Stadtvize.
„Wir wollen aber klar machen, dass sich ein Landespolitiker nicht auf diese Weise aus der Verantwortung stehlen darf. Einfach einen Brief zu senden und mitzuteilen ,Pech gehabt’ ist keine Art, wie wir miteinander umgehen“, kritisiert Brandstetter. Man hätte mit der Heimführung zumindest Gespräche über die Situation und das weitere Vorgehen führen müssen.
Wie der Plan für eine SOS-Aktion aussehen könnte, möchte Brandstetter in einigen Wochen in Abstimmung mit anderen Mitstreitern fixieren. Ein Spendenkonto gibt es vorerst noch nicht. Potenzial für Unterstützung sollte es jedenfalls geben. Eine von der SPÖ Amstetten initiierte Petition haben bis Freitagmittag 1.227 Menschen unterschrieben.
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