Chronik | Niederösterreich
05.01.2018

Alte Fässer leben weiter

Bernd Hamal stellt aus Weindauben neue Weinständer und Accessoires her.

Bis das erste Endprodukt so aussah, wie es Bernd Hamal wirklich haben wollte, hat es unzählige Versuche benötigt. Mittlerweile hat er seine Arbeit präzisiert und professionalisiert. Er stellt sogenannte Weindauben her – handgefertigte Unikate: spezielle Weinflaschenständer, Wohn- und Küchenaccessoires sowie Dekorationsobjekte. Diese fertigt Hamal in Enzersdorf bei Staatz, Bezirk Mistelbach, aus alten Fassdauben. "Unsere Produkte sind eine Gratwanderung zwischen Kunst und Gebrauchsgegenstand", beschreibt Hamal seine Arbeit.

Erste Weindaube

Begonnen hat alles damit, dass er und seine Frau Elisabeth Hamal auf der Suche nach einem Weinständer für das Wohnzimmer waren, aber nichts Passendes gefunden haben. "Ein bekannter Weinbauer hatte dann ein altes Fass, das ich geholt habe und so ist die erste Weindaube entstanden", erzählt der hauptberufliche Beamter. Von da an wurde es ein Selbstläufer. "Freunde und Bekannte, die bei uns zu Besuch waren, wollten auch welche und damit ist die Idee entstanden, eine Firma zu gründen", sagt Hamal. Jedes Produkt beginnt mit der Idee. Dann fertigen die Hamals Skizzen an. Danach wird getestet, ob sich die Vorstellungen auch in die Realität umsetzen lassen. "Manchmal stellt man sich in Gedanken etwas Wunderschönes vor, die dann in Echt adaptiert werden müssen", sagt Hamal.

Er ist für die Anfertigung zuständig, sie für die Qualitätskontrolle. Designt wird gemeinsam. Die Dauer der Herstellung der Produkte variiert. Manche Weinständer sind innerhalb einer halben Stunde fertig. Für einen sogenannten "12Flaschler" – ein Ständer, der zwölf Flaschen präsentieren kann – braucht Hamal zirka zwei Tage, "bis alles sitzt und passt und alle Flaschen in der Daube stecken".

Die Fässer bezieht Hamal von Weinbauern aus dem Weinviertel. "Am Anfang habe ich mich durchgefragt, ob jemand ein altes Fass hat. Jetzt kommen die Bauern auf mich zu, weil sie es schön finden, dass es weiterverarbeitet wird", sagt Hamal. Vertrieben werden die Produkte vorrangig im deutschsprachigen Raum – ein Stück hat es sogar bis nach Australien geschafft.