Der FPÖ-Politiker nahm die falsche Abzweigung und landete auf dem Radweg der Donaubrücke.

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Niederösterreich
09/30/2016

Alko-Irrfahrten: Politiker bleiben vorerst im Amt

FPÖ-Sicherheitssprecher und ÖVP-Bundesrat wurden bei Rauschfahrten gestoppt.

von Johannes Weichhart, Katharina Zach

Als FPÖ-Sicherheitssprecher pochte der Landtagsabgeordnete Erich Königsberger öffentlich stets vehement auf die Einhaltung und Vollziehung geltender Gesetze. Am Donnerstagnachmittag nahm er es damit selbst nicht ganz so genau. Der Politiker aus Ober-Grafendorf, NÖ, wurde betrunken hinter dem Steuer erwischt – auf dem Radweg der Donaubrücke bei Krems. Einen Alkotest verweigerte er, der Führerschein ist nun weg. So wie die Agenden als Sicherheitssprecher.

„Nach 41 Jahren habe ich einen riesen Fehler gemacht, den ich sehr bedaure“, erklärte Königsberger im Gespräch mit dem KURIER. Der 60-Jährige, im Zivilberuf ist er Polizist, weilte zur Klubobleutekonferenz in der Wachau, ehe er betrunken auf den Radweg geriet, wie die Tageszeitung „Heute“ berichtete.

„Wir hatten danach eine Schiffsrundfahrt. Dann sind wir in einem Lokal zusammengesessen“, erzählt Königsberger. Dennoch stieg er danach in sein Auto. Er habe sich noch fahrtüchtig gefühlt. „Im Kreisverkehr habe ich dann eine Ausfahrt zu früh genommen und bin auf den ominösen Radweg geraten“, lautet sein Erklärungsversuch. „Als ich dann versucht habe, umzudrehen, ist schon die Polizei gekommen.“ Kein Wunder, beobachteten doch Dutzende Autofahrer die Umkehrversuche. So etwas werde nie wieder passieren, zeigt sich der Politiker jedenfalls zerknirscht. Parteikollegen mussten den Mandatar von der Polizei abholen.

Kein Einzelfall

Königsberger ist nicht der einzige Politiker, der alkoholisiert hinter dem Steuer erwischt wurde. Auch ÖVP-Bundesrat und Bürgermeister der nö. Gemeinde Thaya, Eduard Köck, ist seinen Führerschein los. Freitag, fünf Uhr Früh, stand sein Auto bei Karlstein auf der Straße. Er soll darin geschlafen haben. Auch er verweigerte einen Alkotest. Zum Vorfall möchte sich Köck nicht äußern. Nur so viel: „Es gibt eine Anzeige, dass ich den Schein abgeben muss.“ Das sei aber ein schwebendes Verfahren.

Die Mandatare haben Glück: Weitreichende politische Konsequenzen haben ihre Alkofahrten derzeit nicht. „Letztendlich sind auch Politiker und Polizisten nur Menschen“, erklärt FPÖ-Klubobmann Gottfried Waldhäusl in einer ersten Stellungnahme. Dann reagierte er doch: Das Verkehrsvergehen veranlasse ihn zum Handeln. Die Sicherheits- und Verkehrsagenden werden am Montag auf andere Kollegen aufgeteilt. Landtagsabgeordneter bleibt er aber.

Bei der ÖVP-NÖ erklärte Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner: „Das Verhalten von Eduard Köck ist zutiefst bedauerlich und ein schwerer Fehler seinerseits, wofür er auch persönlich geradestehen muss.“ Damit meint er die rechtlichen Konsequenzen.

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