Chronik | Niederösterreich
09.05.2015

Aktivisten kämpfen für Naturjuwel

In einem Park in St. Pölten sollen Wohnungen gebaut werden. Es regt sich Widerstand.

Es ist eine Naturoase , früher wild, die im Lauf der Jahre behutsam gezähmt wurde. Wenn man so will, die grüne Lunge eines ganzen Stadtteils, in der Tag für Tag rund hundert Spaziergänger das satte Grün am Ufer des Mühlbachs genießen. Der Sonnenpark im Süden St. Pölten zählt zu den schönsten Parks in der Landeshauptstadt. Zudem wird das fünf Hektar große Areal von Vereinen für ihre kulturellen Aktivitäten genutzt. Zum Sonnenparkfest kommen bis zu 1500 Menschen und lassen in dem Naturjuwel die Seele baumeln.

Die Vereinsmitglieder, die ein Nutzungsrecht besitzen, sorgen sich derzeit allerdings um diesen ganz besonderen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Denn die Wohnungsgenossenschaft will auf dem Gelände bis zu 90 Wohnungen errichten.Dazu muss man wissen, dass es diese Pläne schon seit Jahren gibt und genauso lange wird eine Diskussion darüber geführt, ob ausgerechnet der Sonnenpark als Bauland genutzt werden soll, oder nicht. Fakt ist, dass der Süden der Stadt als Wohnraum immer beliebter wird und deshalb die Nachfrage groß ist.GesprächeWann die Bagger auffahren könnten, will man bei der Wohnungsgenossenschaft nicht sagen. Obmann Wilhelm Gelb betont gegenüber dem KURIER, dass er zu dem Thema nichts mehr sagen wolle. Bürgermeister Matthias Stadler hingegen verweist darauf, dass es Gespräche mit den Nutzern gäbe.

Das bestätigen auch Markus Weidmann und Jörg Eigenbauer, die als Vereinsmitglieder mit dem Park tief verwurzelt sind. "Wir wollen jetzt aber endlich wissen, wie es weitergeht." Unter dem Motto "Sonnenpark bleibt" wird heute eine Kampagne gestartet, um ein Zeichen für seinen Erhalt zu setzen. Ab 9 Uhr sind die Aktivisten am Riemerplatz um zu informieren, eine Homepage wurde ebenfalls eingerichtet (sonnenpark-bleibt.at). Auf facebook haben sie jedenfalls schon mehr als 470 Unterstützer gefunden.