Die Aktivisten seilten sich von einer Brücke ab

© Lenger Thomas

Chronik Niederösterreich
03/30/2021

Aktivisten gegen Abschiebungen legten Ostautobahn lahm

Die unangemeldete Demo richtete sich gegen eine geplante Abschiebung nach Afghanistan. 15 Männer sind davon betroffen.

von Patrick Wammerl

Eine unangemeldete Kundgebung gegen die Abschiebung mehrerer Personen hat Dienstagfrüh zu einem Verkehrschaos auf der Ostautobahn bei Schwechat geführt. Wie Raimund Schwaigerlehner von der Landespolizeidirektion Niederösterreich bestätigt, haben mehrere Personen die Autobahn blockiert. Wegen der lebensgefährlichen Szenen musste die Autobahnpolizei die A4 im Bereich des Flughafen Schwechat sperren. Mittlerweile ist die Autobahn wieder frei. Fast 30 Demonstranten wurden kurzzeitig festgenommen, berichtete die Polizei. Unter den Teilnehmern der Demo war auch die frühere Wiener Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne).

Abschiebung betrifft junge Männer

Laut Antifa Wien-West will man mit der Aktion die für den heutigen Tag geplante Abschiebung via Flugzeug verhindern. Es handelt sich um einen gemeinsamen Charterflug mehrerer EU-Staaten. Insgesamt werden 50 Personen an Bord des Flugzeuges sein.

Aus Österreich werden 15 junge, volljährige Männer aus Afghanistan abgeschoben. Gegen zwölf von ihnen liegt eine rechtskräftige strafrechtliche Verurteilung wegen Körperverletzung, schweren Raubs, Diebstahls, sexueller Belästigung, gefährlicher Drohung und Suchtmitteldelikten vor.

"Es befindet sich keine Familie auf dem Charter. Aufgrund von Covid-19 findet der Flug unter speziellen Schutzvorkehrungen statt. Um ausreichend Abstände einzuhalten, gibt es eine spezielle Sitzeinteilung", heißt es aus gut informierten Kreisen.

Abgeseilt

Wegen der Kundgebung ist die Ostautobahn (A4) zwischen dem Knoten und Flughafen Wien-Schwechat in beide Richtungen gesperrt worden. Zwei Demonstranten haben sich von einer Brücke über der A4 abgeseilt. Insgesamt sollen rund 50 Aktivisten vom Bündnis „Bleiberecht für alle“ an dem Protest gegen die Abschiebungen teilgenommen haben. Es kam zu Staus in der Länge von vier Kilometern.

Richtung Ungarn wurde der Verkehr auf die Wiener Außenring-Schnellstraße (S1) abgeleitet. Richtung Wien mussten Lenker über die B9 ausweichen, die aber auch blockiert wurde. Die B10 blieb befahrbar.

Polizei und Asfinag Traffic Manager waren an Ort und Stelle, auch die Feuerwehr wurde angefordert, berichtete Asfinag-Sprecherin Alexandra Vucsina-Valla. Ein ÖAMTC-Sprecher empfahl, die A4 im betroffenen Bereich zu meiden und großräumig auszuweichen. Gegen 11 Uhr konnte die Autobahn wieder freigegeben werden.

Für 16 Uhr haben die Aktivisten nun eine Demonstration am Oskar-Morgenstern-Platz in Wien-Alsergrund angekündigt. Am Vortag hatten Proteste vor dem Innenministerium stattgefunden, teilten die Aktivisten mit.

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