Afrikanische Schweinepest: Spürhunde dringend gesucht

WIEN: PRÄSENTATION INNENMINISTERIUM "AUSBILDUNG VON JAGDHUNDEN" - KOOPERATION ZWISCHEN JAGDVERBAND NÖ UND BMI/POLIZEIDIENSTHUNDE
Jagdhundeführer und ihre Vierbeiner sollen im Ernstfall Kadaver von verendeten Wildscheinen aufspüren. Trainiert wird das bei der Polizei.

Ein Blick auf die Europakarte macht das Problem deutlich sichtbar. Rund um Österreich grassiert die Afrikanische Schweinepest (ASP). Mit rund 10.000 registrierten Ausbruchsfällen, gab es in Europa 2025 eine deutliche Zunahme. Auch in direkten Nachbarländern wie Deutschland, Italien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn gab es zuletzt Dutzende ASP-Fälle.

Der Krisenplan in Österreich sieht zur Vorsorge mehrere Punkte vor. So müssen seit Ende 2019 zum Zweck der Früherkennung alle tot aufgefundenen Wildschweine gemeldet und von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) auf das ASP-Virus untersucht werden.

Daneben erfolgen auch Untersuchungen von klinisch oder pathologisch auffälligen Hausschweinen. Die Sorge – besonders bei Landwirten – ist groß: Weil im Fall einer Einschleppung alle Tiere von betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben getötet werden müssten, mahnen Behörden und Jagdverbände zu extremer Vorsicht.

Wildschweinkadaver

Um im Ernstfall rasch reagieren zu können, hat der NÖ Landesjagdverband 2023 in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium ein ungewöhnliches Projekt gestartet. Hundeführer des Jagdverbandes und ihre Spürnasen werden dazu ausgebildet, die Überreste von Tieren, die an der ASP verendet sind, in der Natur aufzustöbern und zu detektieren. Die Hundeführer sollen sofort gerufen werden, wenn ein Verdachtsfall der Afrikanischen Schweinepest bekannt wird.

"Eine wirksame Methode der Seuchenbekämpfung bei einem ASP-Seuchenausbruch ist die Suche mit Hunden nach Wildschweinkadavern oder deren Teilen, damit diese sofort entfernt werden können und die Seuche nicht durch andere Tiere weiterverbreitet wird“, heißt es vonseiten des Jagdverbandes.

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Jagdhund bei der Ausbildung

Vier Monate Ausbildung

Für die entsprechende Ausbildung sucht der Verband derzeit Jagdhundeführer samt Vierbeiner. Die Ausbildung für die Tiere, die bereits eine Jagdhundeprüfung positiv absolviert haben müssen, umfasst in der Regel 15 Trainingstage und dauert zirka vier Monate.

Der Jagdverband ist dafür eine Kooperation mit der Polizei eingegangen. Experten zur Ausbildung von Leichenspürhunden übernehmen das Training im Polizei-Diensthundezentrum Strebersdorf. Am Ende findet eine Zertifizierungsprüfung als ASP-Kadaversuchhundeteam statt.

Was sind die wichtigsten Tugenden für einen Spürhund?

"Beim Jagdhund ist das ein guter Gehorsam am lebenden und verendeten Wild, bei dem ein Fund signalisiert werden muss, es aber zu keinem Kontakt kommen darf. Zudem muss der Hund selbstständig und frei suchen können, führig und geländetauglich sein sowie über eine ausreichende Kondition für die Suche auf großen Flächen verfügen“, sagt Johannes Schiesser vom Fachausschusses Hundewesen im NÖ Jagdverband.

Für die Interessentensuche hat der NÖ Jagdverband einen Informationsabend (10.02.2026, 18.00 Uhr) im Hotel „Das Steinberger“ in Altlengbach (Bezirk St. Pölten) geplant.

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