Chronik | Niederösterreich
01.04.2017

Ärzteverband NÖ ist Wahlsieger und gewinnt fünf Sitze dazu

7600 Ärzte wählten ihre Kammervertretung. Reisner verlor und will Präsident bleiben.

Knapp mehr als 7600 Mediziner waren am Samstag in Niederösterreich aufgerufen, ihre Standesvertretung neu zu wählen. Allerdings machten nur 46,96 Prozent der nö. Mediziner (2012 waren es 48,57 Prozent) von ihrem Wahlrecht Gebrauch.

Als Herausforderer von Kammerpräsident Christoph Reisner ging Andreas Stippler mit der Liste "Ärzteverband Niederösterreich" ins Rennen und siegte mit 1126 Stimmen, was umgerechnet 19 Mandate in der 53-köpfigen Vollversammlung bedeutet. Das sind fünf Sitze mehr als noch vor fünf Jahren. Reisner kommt mit seiner Liste "Die Engagierten" auf 699 Stimmen und besitzt nur mehr elf Mandate – ein Minus von vier Sitzen. Einen deutlichen Sprung von zuletzt fünf auf elf Mandate schaffte die drittstärkste Gruppe "Argus", die auf 580 Stimmen kam.

Die weitere Verteilung der Sitze: „Die Niedergelassenen/IGMed/ARGUS“ mit 528 Stimmen (sieben Mandate), Liste „Vereinigte Ärzte NÖ -VÄN“ mit 159 Stimmen (drei Mandate) und „Spitalsärzte NOE et al.“ mit 171 Stimmen (zwei Mandate).

"Kammervertretung abgewählt"

Stippler fühlt sich bestätigt: "Die derzeitigen Kammervertreter sind abgewählt. Wir waren bei den Kollegen in den Spitälern und haben sie nach ihren Anliegen gefragt. Damit haben wir gepunktet. Gleichzeitig ist es ein starker Auftrag an uns, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Wir wollen die ‚Kammer vor Ort‘ leben." Stippler will jetzt mit allen Gruppen reden, um eine Koalition zu bilden.

Auch wenn Präsident Reisner sein Wahlziel nicht erreichen konnte, will er bis zur Vollversammlung am 26. April eine "tragfähige Koalition auf die Beine stellen." In den vergangenen fünf Jahren bildet er mit insgesamt fünf weiteren Gruppen eine Koalition, mit denen er auch diesmal eine Mehrheit schaffen könnte. Dafür sind mindestens 27 der 53 Mandate in der Vollversammlung nötig.

Freiheitliche verfehlten Einzug

Insgesamt sieben Gruppen traten zur Wahl an: Internist und wilder Nationalratsmandatar Marcus Franz, der vor zwei Jahren mit einem Pograpscher-Sager auffiel und eine Vergangenheit bei Team-Stronach und ÖVP hat, verfehlte mit den "Freiheitlichen und unabhängigen Ärzten NÖ - FREIE" den Einzug in die Vollversammlung.