Chronik | Niederösterreich
02.03.2018

180 ereignisreiche Jahre

Rudolf und Margarete Wendler feierten beide ihren 90. Geburtstag.

1928 fanden die Olympischen Winterspiele in St. Moritz statt, die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht feierte ihre Uraufführung, zufällig wurde Penicillin entdeckt und es gab die erste Funksprechverbindung zwischen Deutschland und den USA. Am 23. Februar desselben Jahres erblickte außerdem Rudolf Wendler das Licht der Welt. Vergangenen Freitag feierte der in Klosterneuburg (Bezirk Tulln) lebende Mann seinen 90. Geburtstag. Seine Gattin, Margarete Wendler, beging ihren runden Geburtstag (geboren am 9. Oktober 1927) bereits vergangenes Jahr. Zusammen sind die beiden 180 Jahre alt.

Aus diesem Anlass stattete Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner dem Paar, das sich seit 1945 kennt, einen Besuch ab.

"Meine Eltern haben sich in St. Lambrecht (Steiermark) kennengelernt. Sie waren gegen Kriegsende beide auf der Flucht, stammten eigentlich aus der Südoststeiermark und dem Südburgenland, fanden dort aber Zuflucht. Mein Papa sagt immer, dass ihm die Augen von der Mama so gut gefallen haben", erzählt Sohn Rudolf. Über viele Jahre hinweg blieben die beiden Verliebten nur durch Briefe in Kontakt. Erst 1955 war es dann soweit: Sie heirateten in Graz.

Eine gemeinsame Heimat fanden die beiden in Wien. Eigentlich arbeitete Margarete im Burgenland als Hauptschullehrerin, Rudolf hatte jedoch bei Siemens in der Bundeshauptstadt einen Posten gefunden und sah dort eine Chance auf eine Karriere, weshalb Margarete ihm zuliebe umzog.

Umzug

Ende der 60er Jahre überredete ihn ein Kollege, in Klosterneuburg einen Grund zu kaufen. "Damals war es noch keine noble Gegend, sondern eher für ärmere Leute", erzählt der Sohn, der im Unfallkrankenhaus St. Pölten als Anästhesist tätig ist. "Erst als mein Papa vor 20 Jahren in Pension gegangen ist, sind sie dann ganz nach Klosterneuburg gezogen, davor war es eher ein Wochenendhaus."

Bis heute wohnen die beiden 90-Jährigen alleine in ihrem Haus. Gemeinsam bewältigen sie noch immer ohne Unterstützung den Alltag, sind mobil, betreuen ihren Garten, kochen und treffen regelmäßig ihre Freunde.