Chronik
20.04.2018

Naturmaßnahme schnitt Weg zum Baden ab

Baggerarbeiten an Donau machte beliebte Donau-Halbinsel bei Dürnstein unzugänglich

Die Aufregung ist groß unter Hunderten Menschen, die bis zum vergangenen Sommer regelmäßig ihre Freizeit auf dem idyllischen Strand einer Donau-Halbinsel bei Dürnstein in der Wachau verbracht haben. Doch die Via Donau trennte das Gelände vom Festland, indem sie eine versandete Flussrinne wieder ausgebaggert hat. „Das Naherholungsgebiet ist praktisch nicht mehr zugänglich, man müsste schwimmen“, klagt der Kremser KPÖ-Gemeinderat Nikolaus Lackner, der wie viele andere das idyllische Plätzchen liebt.

Enttäuschung

Bereits im Winter haben die Baggerarbeiten stattgefunden. Doch erst jetzt, mit mit den ersten warmen Tagen , ist vielen Betroffenen die Situation erst klar geworden. Die Aufregung ließ auch Gerüchte entstehen. Etwa, dass der Dürnsteiner Bürgermeister die Maßnahme initiiert habe, um mehr Menschen ins nahe gelegene Dürnsteiner Bad zu bringen. „Die Gemeinde ist nicht zuständig, hat damit nichts zu tun. Unser Bad ist ohnehin voll“, beteuert der Dürnsteiner Stadtchef Johann Schmidl.

„Jung und alt haben den Platz gern genützt, es gab auch eine FKK-Fraktion, die sich etwas abseits hielt. Von der Maßnahme haben wir nichts gewusst, sonst hätte man vielleicht den Bau eines Steges vorschlagen können. Ältere Leute, die den Platz seit Jahrzehnten nutzen, sind ausgesperrt“, meint Rene Wintersberger aus Krems.

Doch nicht überall wird die Änderung negativ gesehen: „Ein Naturrückbau ist zu begrüßen. Wenn man schwimmen muss, um hin zu kommen, schafft das ein Abenteuer“, findet etwa Wolfgang Zöch aus Krems. Manche Bewohner des nahe gelegenen Ortsteils Oberloiben hoffen sogar, dass Autos von Badegästen nicht mehr überall parken und weniger Müll auf der Insel bleibt.

Die Via Donau erklärt auf Anfrage: Ein verlandeter Seitenarm wurde wieder an den Donau-Hauptstrom angebunden. So entstehen neue Habitate für seltene Pflanzen und Tiere, besonders für Fischarten wie Weißflossen-Gründling, Schied und Strömer. Es wurden, so heißt es, aber auch 180 Laufmeter gut erreichbare Schotterstrukturen für Erholungssuchende deutlich vergrößert, um das Natura-2000-Gebiet weitgehend frei von Störungen zu halten. Informiert worden sei über Gemeinde-Anschlag und Facebook.

Nikolaus Lackner vertraut der Natur. Er glaubt, das nächste Hochwasser wird den Arm wieder anfüllen: „Ich halte es aber auch durchaus für möglich, dass demnächst ein Biber einen Baum umlegt, damit dieses wunderbare Stück Donaustrand als Naherholungsgebiet für alle zugänglich bleibt.“