Aus dem „Frosch-Kindergarten“ in Wien retour nach Kärnten
Ausgewachsene Moorfrösche
Zusammenfassung
- Rund 8.000 Moorfrosch-Kaulquappen wurden nach etwa zehn Wochen Aufzucht im Tiergarten Schönbrunn in zwei renaturierte Teiche in Kärnten zurückgebracht.
- Die geschützte Aufzucht im „Frosch-Kindergarten“ soll Ausfälle durch austrocknende Laichgewässer und Fressfeinde verringern und den gefährdeten Moorfroschbestand stärken.
- Die Wiederansiedlung ist Teil des Projekts „Vernässen und Vertiefen“, das mit Partnern Lebensräume verbessert und dem Rückgang der Art durch Klimawandel und Lebensraumverlust entgegenwirken soll.
Vom „Frosch-Kindergarten“ im Tiergarten zurück nach Kärnten: Rund 8.000 Moorfrosch-Kaulquappen sind nach einem mehrwöchigen Aufenthalt im Tiergarten Schönbrunn wieder in ihre Heimat übersiedelt.
Dort sollen sie in zwei ausgewählten, renaturierten Teichen dazu beitragen, die Bestände des in Österreich gefährdeten Moorfroschs zu stärken, informierte der Zoo in einer Aussendung am Donnerstag.
„Im Frühjahr brachten wir mit den erforderlichen Genehmigungen Moorfrosch-Laich aus Kärnten in den Tiergarten. Die geschlüpften Kaulquappen konnten wir hier rund zehn Wochen unter optimalen Bedingungen aufziehen. In ihrem natürlichen Lebensraum laufen Laichgewässer immer wieder Gefahr, auszutrocknen. Außerdem lauern dort zahlreiche Fressfeinde“, erläuterte Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.
Starthilfe für die Kaulquappen
Sobald den Kaulquappen die Hinterbeine wuchsen, hieß es: Zeit für die Rückkehr nach Kärnten. Dort erhielten sie noch eine weitere Starthilfe. Spezielle schwimmende Netzkäfige schützen die jungen Moorfrösche, bis sie diese selbstständig verlassen und endgültig den Sprung an Land wagen.
Rund 8.000 Kaulquappen werden ausgesetzt
Moorfrösche bieten eines der spektakulärsten Naturschauspiele, das Amphibienfans in Österreich erleben können. Die Männchen färben sich zur Paarungszeit himmelblau. Doch leider gab es in Österreich große Einbrüche der Moorfroschpopulation.
Amphibien leiden unter dem Klimawandel
Neben dem Verlust geeigneter Lebensräume macht den Amphibien vor allem der Klimawandel zu schaffen. Dieser führt dazu, dass Laichgewässer frühzeitig austrocknen. „Mit der Wiederansiedlung wollen wir die bestehende Population stärken und dem Rückgang der Art entgegenwirken“, sagte Doris Preininger, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Tiergarten Schönbrunn.
Die Aufzucht und Wiederansiedlung ist Teil des Biodiversitätsfonds-Projekts „Vernässen und Vertiefen“. Gemeinsam mit den Amphibienexperten Marc Sztatecsny und Florian Glaser sowie der ARGE Naturschutz arbeitet der Tiergarten Schönbrunn daran, Moorfroschbestände in Kärnten langfristig zu sichern und ihre Lebensräume ökologisch aufzuwerten.
Diese Initiative setzt erstmals für Amphibien in Österreich den „One Plan Approach“ um, der Artenschutz außerhalb und innerhalb natürlicher Lebensräume verknüpft.
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