Justizanstalt Klagenfurt: Häftling stirbt nach Suizidversuch

Laut Volksanwaltschaft heuer bereits sechs Suizide und zwölf Suizidversuche im Strafvollzug.
Justizanstalt: Ein Mann sitzt in einem Raum vor einem vergitterten Fenster.

Die Staatsanwaltschaft Graz hat Ermittlungen nach dem Tod eines Häftlings der Justizanstalt (JA) Klagenfurt aufgenommen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte am Donnerstag auf APA-Anfrage eine entsprechende Online-Meldung des Nachrichtenmagazins "profil". Laut ersten Angaben war der Häftling nach einem Suizidversuch im Krankenhaus gestorben.

Der Insasse der Justizanstalt Klagenfurt war am Vormittag des 17. Februar leblos aufgefunden worden. Mitarbeiter der Justizanstalt sollen versucht haben, den Häftling zu reanimieren, er wurde danach ins Klinikum Klagenfurt gebracht, wo er am 21. Februar starb. "Wir können einen Suizidversuch eines Insassen in der Justizanstalt Klagenfurt bestätigen", hieß es dazu vom Justizministerium. Man würde das Thema Suizid und Suizidprävention in Haft "sehr ernst" nehmen und kontinuierlich daran arbeiten, "auch im Rahmen freiheitsentziehender Maßnahmen, Anzeichen frühzeitig zu erkennen und Menschen in psychischen Notlagen bestmöglich zu unterstützen".

Wie in solchen Fällen üblich, ermittelt im gegenständlichen Fall nicht die eigentlich örtlich zuständige Staatsanwaltschaft, sondern eine andere. Die Staatsanwaltschaft Graz bestätigte dazu, dass ein Suizidversuch im Raum stehe: "Zur Beurteilung der genauen Todesursache muss das in Auftrag gegebene gerichtsmedizinische Gutachten abgewartet werden. Der konkrete Sachverhalt soll durch die noch laufenden Ermittlungen geklärt werden." Wann das schriftliche Gutachten eintrifft, konnte vorerst nicht abgeschätzt werden.

Besorgniserregende Suizid-Zahlen im Strafvollzug

Der Fall wurde auch der Volksanwaltschaft gemeldet. Insgesamt weiß die Volksanwaltschaft allein im heurigen Jahr bereits von sechs Suiziden und zwölf Suizidversuchen im Strafvollzug, teilte die zuständige Volksanwältin Gabriela Schwarz (ÖVP) Donnerstagmittag auf APA-Anfrage mit: "Damit zählen wir seit Jahresbeginn bis Ende März 2026 so viele Fälle, wie es insgesamt im ganzen Jahr 2020 gab. Diese Zahlen sollten alarmieren und zu weiteren Maßnahmen im Bereich Suizidprävention führen", appellierte Schwarz ans Justizministerium.

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