Chronik
16.03.2018

Ein Leben für die Ärmsten in Afrika

Pensionierte Ärztin Erika Hronicek aus Zwettl rettet Straßenkinder und baut Krankenhäuser in Ruanda.

„Ich habe Medizin studiert, in der Hoffnung, mich eines Tages in Afrika engagieren zu können“, erzählt Erika Hronicek aus Zwettl. Gesagt, getan. Seit ihre drei Kinder erwachsen sind und sie als Kinderärztin in Pension ist, verbringt sie mehrere Wochen pro Jahr in Afrika, um Straßenkindern eine Perspektive zu geben. „Zuerst war ich ein Jahr lang in Ghana, aber in Ruanda sind die Ar mut und der Hunger noch viel größer“, sagt die 68-Jährige, die für ihren selbstlosen Einsatz Anfang des Jahres mit dem Ehrenzeichen der Stadt Zwettl ausgezeichnet wurde.

Nachdem Hronicek im Jahr 2007 die offizielle Berufszulassung als Fachärztin für Pädiatrie (Kinderheilkunde) in Ruanda zuerkannt bekam, leitete sie sieben Jahre lang fernab von Asphaltstraßen ein kleines Krankenhaus. „Mit Spenden ist es gelungen, medizinische Geräte anzuschaffen sowie mit einer Wasseraufbereitungs- und Fotovoltaikanlage die Versorgung zu verbessern“, erzählt die Zwettlerin. Stolz ist sie zudem darauf, dass die Gehwege zwischen den Spitalsgebäuden mittlerweile asphaltiert sind und ein gebrauchtes Rettungsauto für akute Patiententransporte bereitsteht.

Pflegekinder

Seit Jahren unterstützt sie auch das Centre Marembo in der ruandischen Hauptstadt Kigali, in dem rund 80 Straßenkinder, Waisen und Teenager-Mütter mit ihren Babys Zuflucht finden. „Josi, 9, und Claudine, 13, habe ich schwer verwundet auf der Straße entdeckt, sie leben derzeit bei mir in Zwettl, damit ich sie gesund pflegen kann. Josi besucht die dritte Klasse Volksschule, in der sie lauter Einser schreibt“, sagt Hronicek. Derzeit finanziert sie mehr als 30 Kindern und Jugendlichen Schulausbildung oder Studium, damit sie sich später selbst helfen können.

Woher sie so viel Energie hat? „Ich nehme die Kraft aus dem, was mir die Kinder und Jugendlichen wieder zurückgeben“, sagt die 68-Jährige. Ihre größte Herausforderung entsteht derzeit am Rande von Kigali. „Unser Spital steht schon, jetzt fehlen noch Laborgeräte und andere Einrichtungen“, erzählt Hronicek. Damit sie weiterhin helfen kann, bittet sie um Spenden: IBAN – AT58 2027 2000 0029 7754 . Weitere Infos im Internet unter: www.projekt-ruanda.at