Zweite Chance auf eine Ausbildung

280 Jugendliche ohne Schulabschluss oder Lehre erhalten in Kursen das nötige Rüstzeug für die Arbeitswelt.

Sie haben die Schule abgebrochen, die Lehrstelle geschmissen oder einfach Defizite, die es ihnen schwer machen, einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden. Jetzt wird diesen jungen Menschen unter die Arme gegriffen.

Im Rahmen des Berufsausbildungsgesetzes wird ihnen in Kursen das nötige Rüstzeug für die Arbeitswelt mitgegeben. Mit 1. Dezember haben im WIFI Burgenland fünf dieser Kurse begonnen, 75 Jugendliche nehmen daran teil. Burgenlandweit sind es 280 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren, die auf diese Weise fit für einen Job gemacht werden.

"Die Jugendlichen werden vom Arbeitsmarktservice zugewiesen. Unser Ziel ist es, sie auf das Berufsleben vorzubereiten und ihnen letztlich eine betriebliche Lehrstelle zu vermitteln", erklärt WIFI-Kurator Josef Wiesler.

Nachfrage

Die Nachfrage nach diesen Ausbildungsmaßnahmen ist groß, haben doch immer mehr Jugendliche Schwierigkeiten. "In vielen Fällen werden diese jungen Menschen vom Elternhaus allein gelassen. Vorladungen seitens der Lehrer werden ignoriert. Dann wird die Schule abgebrochen und die Eltern denken, es wird sich schon jemand um die Ausbildung kümmern", schildert Soziallandesrat Peter Rezar, SPÖ, die gesellschaftliche Entwicklung.

Dass die sozialen Defizite oft Grundlagen des Miteinanders betreffen, zeigt sich, wenn man die Verhaltensregeln liest, die die Jugendlichen auf Plakate geschrieben haben: "Wir schreien einander nicht an, wir grüßen, wir verwenden im Gespräch miteinander keine Schimpfwörter,..." sind nur einige Beispiele, die sie mit den Coaches, die sie in den Kursen betreuen, aufarbeiten.

Mitarbeit

Landeshauptmann Hans Niessl, SPÖ, fordert auch  Flexibilität und Verständnis von den Kursteilnehmern: "Ich glaube schon, dass man sie darauf hinweisen muss, dass diese Ausbildungsprogramme gut für ihre Zukunft sind."

Die Lehrgänge dauern ein Jahr und ersetzen damit das erste Lehrjahr. Die Jugendlichen sind in dieser Zeit sozialversichert und erhalten eine monatliche Beihilfe von 240 Euro. Die Gesamtkosten pro Lehrgang belaufen sich auf 158.000 Euro. Finanziert werden die Ausbildungskosten gemeinsam vom Arbeitsmarktservice, dem Land Burgenland und dem Europäischen Sozialfonds.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011