Zweijährige stürzte in Biotop

In Bocksdorf fiel am 30. März 2012 ein 2-jähriges Mädchen in einen Gartenteich
Foto: Roland Pittner 60 Zentimeter tief: Dieses Biotop wurde für das Mädchen zur Falle

Ihr Vater zog die kleine Maya aus dem Biotop in Bocksdorf. Nach Reanimation befindet sich das Kind im künstlichen Tiefschlaf.

Ein Gartenteich in Bocksdorf, Bezirk Güssing, wurde am Freitag für ein zweijähriges Mädchen zur lebensbedrohlichen Falle. Das Kleinkind war am Nachmittag in das Biotop gestürzt, berichtete die Sicherheitsdirektion Burgenland am Samstag.

Während sich ihr Vater und dessen Lebensgefährtin im Haus aufhielten, dürfte die kleine Maya unbemerkt ins Freie gelaufen sein. Das Unglück geschah beim 3,5 mal 4,5 großen Teich.

Als der 24-Jährige gegen 14 Uhr seine Tochter suchte, entdeckte er sie regungslos und mit dem Kopf nach unten im rund 60 Zentimeter tiefen Wasser treiben. Er zog das Kind aus dem Biotop und begann mit Wiederbelebungsversuchen.

45 Minuten

Das alarmierte Rettungsteam des Notarzthubschraubers Christophorus 16 setzte die Reanimation fort, nach 45 Minuten konnte der Kreislauf des Mädchens stabilisiert werden.  "Eine doch sehr lange Zeit", erklärt man im Stützpunkt des C 16 in Oberwart. Die Zweijährige wurde ins Landeskrankenhaus Graz geflogen und laut Polizei auf der Intensivstation der Kinderabteilung  in künstlichen Tiefschlaf versetzt.

Dass sich das Kind am Freitag "in einem sehr schlechten Zustand" befunden hat, berichtet man bei der Polizei Stegersbach, die vor Ort im Einsatz war. "Sein Leben stand auf Messers Schneide", schildert ein Beamter auf KURIER-Anfrage. 

Zur Frage, wie lange das Mädchen bereits im Teich trieb, gibt es  unterschiedliche Aussagen. Der Vater gab gegenüber der Exekutive an, seine Tochter sei nur ein paar Minuten  unbeaufsichtigt gewesen. "Angesichts der Umstände, dass sich die Zweijährige allein im Garten aufgehalten hat", wird der 24-Jährige wegen "Vernachlässigung der Aufsichtspflicht angezeigt", sagt einer der Ermittler.

(KURIER) Erstellt am
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