Wölfe im Burgenland: Experten mit überraschendem Fazit

Ein heulender Grauwolf.
Bilanz der neuen Anlaufstelle für die Bevölkerung bei vermeintlichen Wolfsichtungen. Sie verwaltet auch Fotodokumente.

Die im Vorjahr im Burgenland eingerichtete Meldestelle für Großräuber - so die korrekte Bezeichnung - wird gut angenommen. 

Aus der Bevölkerung gibt es immer wieder Informationen über etwaige Wolf-Sichtungen, die sich in den allerwenigsten Fällen jedoch als tatsächlicher Wolf herausstellen. Bestätigte Sichtungen von Goldschakalen, die ebenfalls als Großräuber gelten, gibt es jedoch des Öfteren, erklärte Referatsleiter Roman Bunyai.

Die Meldestelle war im vergangenen Frühjahr eingerichtet worden, nachdem es vermehrt Berichte und Gerüchte über Wölfe im Burgenland gegeben hatte. Diese dient nun als Anlaufstelle für die Bevölkerung bei vermeintlichen Wolfsichtungen, verwaltet Fotodokumente und ist eine Infodrehscheibe. Das Jagdreferat ist auch Schnittstelle zum Österreichzentrum Bär Wolf Luchs.

"Wolf" war streunender Hund

„Die Meldestelle ist sehr gut angelaufen und wird von der Bevölkerung gut angenommen. Es sind sehr viele Meldungen dabei, die nicht als definitive Wolfsichtung bestätigt werden können“, so Bunyai. 

In Oberwart etwa wurde ein Tier gemeldet; wie sich bei Nachforschungen herausstellte, handelte es sich um einen streunenden Hund. Überprüft wurde auch eine Losung mit Rehhaaren, diese stammte jedoch von einem Fuchs, wie die Untersuchung zeigte.

Als Schnee lag, wurden im Südburgenland auch vermeintliche Wolf-Abdrücke gemeldet, auch hier war jedoch ein Hund unterwegs gewesen. „Wir sind aber für jede Meldung dankbar, weil es könnte ja einer dabei sein“, meinte der Referatsleiter. Im Vorjahr hatte eine DNA-Beprobung mehrere Wolfrisse im Nordburgenland bestätigt, die vor allem Mufflons im Rosalia- und Leithagebirge betrafen. Derartige Rissmeldungen gab es laut seinen Angaben schon lange nicht mehr. 

Tiere suchen neues Revier

Der Fokus der Öffentlichkeit liege am Wolf, wobei sich die Meldestelle auch etwa um den Goldschakal kümmert: „Hier gibt es tatsächlich einige Meldungen, die auch bestätigt wurden.“ Die Tiere sind vor allem im Grenzraum zu Ungarn unterwegs, erklärte Bunyai. 

Ansässig ist der Wolf im Burgenland jedenfalls nicht, bisher nutzten es die Tiere nur als Durchzugsgebiet. Wächst die Wolfspopulation in Österreich, machen sich Jungtiere auf die Suche nach neuen Revieren.

Nachweise über mehrere Wochen oder Monate oder gar eine Rudelbildung gebe es nicht, denn das östlichste Bundesland biete den Tieren keinen idealen Lebensraum. Das Nahrungsangebot sei nicht so vielfältig wie im Alpenraum, wo Weidetiere draußen gehalten werden.

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