"Wirt wollte mich niederfahren“

Gericht
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH Der Wirt steht nun vor Gericht

Eklat in Güssing nach Hilfsaktion für Flüchtlinge.

Schwere Vorwürfe erhebt die Mitarbeiterin der Plattform Bleiberecht, Gerlinde Grohotolsky, gegen den Wirt einer Flüchtlingspension im südburgenländischen Güssing. Im Rahmen einer Lebensmittelaktion, die mit Unterstützung der Grünen durchgeführt worden war, soll der 65-Jährige die Plattform-Mitarbeiterin bedroht und mit dem Auto beinahe niedergefahren haben. Der Wirt musste sich deshalb am Freitag wegen gefährlicher Drohung, Nötigung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit am Landesgericht Eisenstadt verantworten.

Im August des Vorjahres hatte die Plattform auf Missstände in der Flüchtlingsunterkunft hingewiesen. Die 18 Asylwerber würden in desolaten Zimmern hausen und schlechtes Essen erhalten, lautete damals der Vorwurf. Deshalb starteten die Plattform-Mitarbeiter eine Aktion, bei der frische Lebensmittel an die Asylwerber verteilt wurden. Der Wirt war von der Aktion wenig begeistert: „Ich war verärgert und habe sie von meinem Grundstück verwiesen“, sagt der 65-Jährige.

Danach sei er in sein Auto gestiegen. „Er ist äußerst knapp mit seinem Wagen an mir vorbeigefahren. Das war Furcht einflößend“, schildert Grohotolsky als Zeugin vor Gericht. Zum Eklat sei es im Finale der Lebensmittelaktion gekommen. Der Wirt sei mit seinem Auto auf die Gruppe der Initiatoren zugerast. „Er hat mich angeschaut und ist aufs Gas gestiegen. Ich konnte mich nur durch einen Sprung zur Seite retten“, sagt Grohotolsky. Danach habe ihr der Wirt noch gedroht: „Nächstes Mal wird etwas Ärgeres passieren.“

Der 65-Jährige bestritt alle Vorwürfe. Der Prozess wurde vertagt, da eine Zeugin nicht erschienen war.

(kurier) Erstellt am
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