Wild, Wein und Heiterkeit

Das sind die Zutaten von Hannes Tschida in seinem Gasthaus "Zum fröhlichen Arbeiter".

Das Gasthaus „Zum fröhlichen Arbeiter“ in Apetlon Hannes Tschida ist Wirt in vierter Generation

Der Schmäh rennt in der Küche von Hannes Tschida. Trotz all der Hektik im Mittagsgeschäft bleibt die gute Laune im Team – mit dabei Sous Chef Peter Kroiss und sein Vater – nicht auf der Strecke. Die gute Laune war es auch, die dem Wirtshaus "Zum fröhlichen Arbeiter" in Apetlon einst den Namen gab. "Mein Urgroßvater hat das Gasthaus 1924 eröffnet. Freitags sind immer die Arbeiter hier zusammengesessen und haben ihren Lohn ausgezahlt bekommen. Dabei haben sie das eine oder andere Achterl getrunken und das hat die Stimmung gehoben", erzählt Chef Hannes Tschida mit einem Schmunzeln.

Wie bereits erwähnt, ist die Fröhlichkeit im Gasthaus erhalten geblieben. Heute führt Tschida mit seiner Familie das Gasthaus in vierter Generation. Dabei war sein Berufswunsch ursprünglich ein ganz anderer: "Ich wollte eigentlich die HTL in Mödling machen, aber schon nach zwei Wochen habe ich abgebrochen und habe ins Pannoneum Neusiedl gewechselt. Da habe ich die Leidenschaft fürs Kochen entdeckt und so bin ich dabei geblieben", sagt Tschida. Nach der Ausbildung hat er zunächst in Wien gearbeitet, mit 26 Jahren hat er schließlich den elterlichen Betrieb übernommen.

Ganzjährig Wild

Verändert hat sich seither neben der Einrichtung vor allem die Küche. "Man muss sich ständig weiterentwickeln. Die Leute wollen nicht jahrelang die gleiche Speisekarte haben und immer nur Schnitzel essen", meint der Chef. Daher wird alle zwei Wochen die Karte geändert. Die Gerichte bezeichnet er als traditionell, modern. "Kreativität ist wichtig. Ein Gericht kann immer wieder neu interpretiert werden."

Ein Schwerpunkt, der das ganze Jahr über nicht fehlen darf, sind Hirsch und Co. "Wir sind Jäger und bieten daher auch außerhalb der Saison Wildgerichte an", sagt Hannes Tschida. Bleibt in einem Familienbetrieb für ein Hobby eigentlich Zeit? "Viel nicht, aber am Ruhetag geht das."

Neben Wild stehen mit Steppenrind und Mangalitzaschwein Klassiker der Region auf der Speisekarte. Doch Fleisch alleine macht noch lange kein Gericht, dafür braucht es auch andere g’schmackige Zutaten. "Hier im Seewinkel können wir aus den Vollen schöpfen. Wir haben das ganze Jahr über frisches Gemüse aus der Region. Das schmeckt man auch", sagt Tschida.

Weinwirt des Jahres

Neben dem selbsterlegten Wild ist der Wein ein weiterer Schwerpunkt im Hause Tschida. "Wein ist meine zweite Leidenschaft. Ich habe die Ausbildung zum Jungsommelier gemacht. Wir haben eine sehr große, spezielle Weinkarte. Die Weinkultur hat sich verändert. Es reicht heute nicht, wenn man nur zwei oder drei Weiße und Rote bietet." Neben edlen heimischen Tropfen sind auf der Karte auch viele internationale Weine vertreten.

Erst vor wenigen Wochen wurde das Gasthaus vom Wirtshausführer zum Weinwirt des Jahres 2018 gekürt. "Darauf sind wir natürlich sehr stolz. Aber es geht uns gar nicht um Auszeichnungen. Wir sind ein gutes Gasthaus und wenn das so bleibt, bin ich zufrieden."

(kurier) Erstellt am
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