Sonja Schönanger mit Richard Lugner

© APA/APA/Herbert Neubauer

Chronik Burgenland
08/06/2021

Wie Richard Lugner die Eröffnungsrede von Alfons Haider störte

Verspäteter Baumeister sorgte in Jennersdorf kurzzeitig für Verwirrung. Es folgte eine gelungene Premiere der "Lustigen Witwe".

Der Abend begann etwas holprig. Während der neue burgenländische Generalintendant Alfons Haider am Donnerstag seine mit Spannung erwartete Eröffnungsrede beim Festival Jopera in Jennersdorf hielt, stürmte plötzlich der mit Verspätung erschienene Richard Lugner an ihm vorbei.

Die daraus resultierende Verwirrung führte zu einer längeren Unterbrechung der Rede. Zunächst wurde der Grund für die Verspätung des Baumeisters geklärt – ein Stau nach einem Unfall. Nachdem Lugners Freundin Simone nach einem angeregten Telefonat einige Minuten später ebenfalls eingetroffen war, setzte Alfons Haider seine Eröffnungsrede fort.

Anspielung auf Causa Mörbisch

Dabei streifte er auch das Thema Seefestspiele Mörbisch. Er werde kein Lied anstimmen wie „Somewhere there's a place for us“, wie es der künstlerische Leiter der Seefestspiele, Peter Edelmann, aus Protest gegen seine Demontage getan hatte. „Ich halte es mit Lehár und sage: Lippen schweigen“, setzte Haider einen (vorläufigen?) Schlusspunkt unter die Causa Mörbisch.

Auf die unfreiwillige Posse mit dem verspäteten Baumeister folgte ein rundum gelungener Operettenabend. Die Aufführung der „Lustigen Witwe“, pikanterweise eben jener Operette, die Edelmann für 2022 in Mörbisch geplant hatte, fand beim Publikum großen Zuspruch. Auf einer von Stephan Grögler, der auch Regie führte, opulent ausgestatteten Bühne erwartete die Besucher eine schwung- und humorvolle Inszenierung. Der Doppeladler im Hintergrund erinnerte an die Entstehungszeit von Lehárs Stück, die drei Oldtimer-Autos fungierten - etwas anachronistisch - als halböffentliche Schauplätze der diversen Liebeleien.

Werktreue Inszenierung

Die Liebes- und Eifersuchtsgeschichten rund um die diplomatische Vertretung eines fiktiven Kleinstaats in Paris wurden großteils werktreu auf die Bühne gebracht. Einzelne tagesaktuelle Anspielungen konnte sich die Regie dann aber doch nicht verkneifen. So stellt Baron Zeta im ersten Akt zwei Gäste namens Rendi-Wagner und Doskozil (ein Politiker desselben Namens war im Publikum anwesend) einander vor.

Standing Ovations von 1.000 Premierengästen

Die knapp 1.000 Premierengäste drückten ihr Wohlgefallen durch minutenlange, teilweise stehende Ovationen am Ende und rhythmisches Mitklatschen während mancher Musiknummern aus. Auch das Wetter trug zur guten Laune bei. Nach einem verregneten Tag im Südburgenland lichteten sich knapp vor der Premiere die Wolken und die Operette konnte zwar bei relativ kühlen, aber trockenen Verhältnissen stattfinden.
Der Operette will Haider  treu bleiben. Auf dem Spielplan der Festspiele JOPERA steht 2022 Fritz Kreislers „Sissy“, ein Singspiel in zwei Akten über die Vermählung der späteren Kaiserin von Österreich mit Franz Joseph.

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