Chronik | Burgenland
05.12.2011

Wie eine Fassprobe zum Hit wurde

Die Jungfernlese eines neuen Blaufränkisch begeistert Winzer Krutzler und Weinprofis Gesellmann und Schlögl.

Sie sind ganz lustige Gesellen, der Winzer Reinhold Krutzler und die Weinprofis Hans Martin Gesellmann und Willi Schlögl. Und weil sie sich "sehr gut" verstehen, treffen sie sich so oft es ihre Zeit erlaubt.

Das einschneidende Erlebnis jedoch fand im Jahre 2009 statt. Gesellmann und Schlögl machten sich auf den Weg nach Deutsch Schützen, dort, wo Krutzler neben anderen Köstlichkeiten den Perwolff hervorzaubert. Die drei standen gemütlich im Keller, kosteten dies, kosteten das und plötzlich standen Gläser mit "einer schwarzroten Essenz" - eine Fassprobe, um genau zu sein - vor ihnen. Sie warfen sich Blicke zu - vor allem die beiden "zuagroasten Wiener" (Gesellmann kommt aus dem Burgenland, Schlögl aus der Steiermark, beide arbeiten bei Wein&Co in Wien), degustierten noch 'mal, und noch 'mal, steckten die Nase ins Glas, (rümpften sie aber nicht), bis sie vor Ehrfurcht erstarrten und zu dem Schluss kamen: "Diesen Wein müssen wir haben - und zwar die gesamte Ernte." Es sei nämlich "tatsächlich" ein völlig neues Gewächs, die Jungfernlese eines neu angelegten Blaufränkisch Weingartens. Die Lage trägt den Namen Fåsching. Ein echter Eisenberger, abgefüllt am 24. Juni 2011.

Inspiration

Noch waren sie sich nicht einig. Der Abend dauerte, wie zu erwarten war, dann doch länger, die Ideen blühten nur so vor sich hin und der Geist öffnete sich. Euphorie machte sich breit, nach dem Motto: Mit diesem Wein werden wir Weltmeister. An Selbstvertrauen mangelt es ja den drei Herrn nicht. Außerdem wollte die beiden Weinprofis immer schon einen eigenen Wein besitzen. Sie besiegelten vorerst den Deal in leicht illuminierten Zustand mit einem gewaltigen Zuprosten.

Am nächsten Tag, Sonnenschein, die Sicht durch kein Wölkchen getrübt. Auch die Sinne waren wieder beisammen, behaupteten sie zumindest. So sicher wie am Abend und in der Nacht zuvor waren sie sich dann doch nicht mehr. "Uns war klar, dass ein junger Blaufränkisch in seiner delikaten Fass-Phase tückisch sein kann", sagte Hans Martin Gesellmann.

Also, um ganz sicher zu gehen, wurde wieder verkostet bei einem Schmalzbrot mit rotem Paprika drauf . Auf der alten Holzbank vor dem Weingut in Deutsch Schützen. Nüchtern betrachtet schritten die drei zur Tat und ein Vertrag wurde aufgesetzt: Reinhold Krutzler übernimmt die Arbeit im Weingarten und Keller, die beiden Neo-Négociants kümmern sich um Marketing und Vertrieb. Den Vertrieb von 500 Liter Blaufränkisch, "über die Weinliebhaber noch froh sein werden", sagen sie unisono.

Kontakt: hmg@blaufränkisch-fasching.at, ws@blaufränkisch-fasching.at