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Weltneuheit
02/29/2020

Weltneuheit: Bau von 100 Meter langer Brücke in nur 3 Tagen

Patent der TU Wien wurde erstmals bei zwei Brücken der S7 umgesetzt. Der Bau erfolgt vertikal und nicht horizontal wie üblich.

von Michael Pekovics

Eine Brücke kann auf viele verschiedene Arten gebaut werden. In jedem Fall dauert es aber bis zu einigen Monaten, ehe ein derart komplexes Bauwerk fertiggestellt ist. Und üblicherweise wird eine Brücke auch horizontal gebaut, also von einer Seite auf die andere.

Nicht so die Entwicklung von Johann Kollegger vom Institut für Tragkonstruktionen der TU Wien, die erstmals bei den Bauarbeiten zur Fürstenfeldschnellstraße S7 in der Steiermark zum Einsatz kam und durchaus das Potenzial hat, die Straßenbauwelt auf den Kopf zu stellen: Die Brücke war in nur 3 Tagen fertig.

Das Regenschirm Prinzip

Ganz anders als üblich wird die 2006 patentierte Weltneuheit nämlich nicht von einem Ufer zum anderen, sondern vertikal gebaut – und dann einfach wie ein Regenschirm ausgeklappt. „Die beiden Träger sind oben, direkt über dem Pfeiler, durch ein Gelenk miteinander verbunden“, erklärt Kollegger.

„Mit hydraulischen Anlagen wird dieses Gelenk dann langsam abgesenkt, dabei klappen sich die Träger auf beiden Seiten aus.“ 3,5 Stunden hat das im Fall der 116 Meter langen Lafnitzbrücke gedauert.

Die Träger bestehen aus dünnwandigen Fertigteilen mit Stahlbewehrung und sind zunächst hohl. Erst wenn sie die endgültige Position erreicht haben, werden sie mit Beton ausgegossen. Die neue Brückenbautechnik spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld. „Die Haltbarkeit der Brücke ist gleich wie oder sogar besser als bei anderen Brückentechnologien“, betont Kollegger.

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

S7 Brückenbau

Besonders vorteilhaft ist die Klapp-Methode, wenn man schwieriges Gelände überbrücken will, in das man nicht stark eingreifen möchte – etwa in einem Naturschutzgebiet, wie im Fall der nun gebauten Brücken. „Mit dieser innovativen Methode konnten wir unsere Ansprüche in diesem sensiblen Gebiet erfüllen“, sagt Asfinag-Projektleiter Bernhard Streit. „Für uns ist das ein Riesenerfolg, und wir freuen uns sehr, dass die Asfinag hier eine weltweite Vorreiterrolle einnimmt“, sagt Kollegger.

S7 als Vorreiter

Der Entwickler hofft nun, dass sich seine Methode durchsetzt und bald zu den gängigen Brückenbau-Technologien zählt, die auf der ganzen Welt verwendet werden. „Die S7 ist damit internationaler Vorreiter“, freut sich Kollegger über die beiden bereits erfolgreich umgesetzten Bauprojekte.

Die S7 Fürstenfelder Schnellstraße verläuft künftig vom Knoten Riegersdorf A2 über Fürstenfeld bis zur Staatsgrenze bei Heiligenkreuz und soll die Gemeinden in der Oststeiermark und im Burgenland vom Durchzugsverkehr entlasten. Außerdem erhofft sich die Region durch die Anbindung an das übergeordnete Straßennetz die Ansiedelung von neuen Betrieben.

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