Förderlücke ab 2028? Warnung für Weinsektor

Unsicherheit bei EU-Förderungen ab 2028: Warum dem Weinsektor eine Lücke droht und das Burgenland besonders betroffen sein könnte.
Ein Mann im Anzug steht vor einer blauen Wand mit Logos und Schriftzügen des Europäischen Parlaments.

Eine drohende Finanzierungslücke sorgt im europäischen Weinsektor für Unruhe – und könnte Regionen wie das Burgenland besonders hart treffen. Davor warnt SPÖ-Klubvorsitzender Robert Hergovich in seiner Funktion als Präsident der „Wine Intergroup“. Hergovich vertritt außerdem das Burgenland im Europäischen Ausschuss der Regionen.

Auslöser der Warnung ist die Unsicherheit rund um den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der EU ab 2028 sowie offene rechtliche Fragen zur gemeinsamen Agrarpolitik. Aufgrund langer Vorlaufzeiten könnten Förderprogramme für 2028 derzeit nicht rechtzeitig gestartet werden.

„Wenn es hier keine rasche Lösung gibt, droht dem Weinsektor eine massive Förderlücke. Das wäre eine Katastrophe – insbesondere für Weinregionen wie das Burgenland, wo der Weinbau eine zentrale wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Rolle spielt“, so Hergovich.

Beim Agrar- und Fischerei-Rat am 30. März in Brüssel hatten mehrere Mitgliedstaaten, darunter auch Österreich, auf diese Gefahr hingewiesen. Ohne Übergangsregelung könnte es erstmals zu einem Jahr ohne EU-Unterstützung kommen.

Winzer im Stich lassen?

Für Hergovich ist klar: „Gerade in Zeiten von Klimawandel, steigenden Kosten und internationalem Wettbewerbsdruck darf der Sektor nicht im Stich gelassen werden.“ Die möglichen Folgen wären weitreichend.

„Das Burgenland ist Weinland. Tausende Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung, Tourismus und kulturelle Identität hängen direkt oder indirekt an der Weinbranche. Ein Ausfall von EU-Mitteln würde diese Strukturen massiv gefährden“, befürchtet der SPÖ-Politiker. Dabei habe es zuletzt sogar einige Fortschritte gegeben: Mit dem EU-Weinpaket seien neue Kriseninstrumente, mehr Flexibilität und stärkere Exportförderung beschlossen worden. 

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