Warum der Weinfrühling im Südburgenland so wichtig ist

Das verlängerte Wochenende rund um den 1. Mai wird zum Treffpunkt für Weinliebhaber.
Viele Menschen feiern vor einem weißen Haus mit roten Dachziegeln, umgeben von Weinbergen und mehreren weißen Pavillons.

Wenn sich Anfang Mai die Türen der Weinkeller öffnen, Gläser klirren und die Besucher von Ort zu Ort ziehen, ist Weinfrühling im Südburgenland. Zwischen Rechnitz, Eisenberg und Moschendorf wird die Region für zwei Tage zum Treffpunkt für Weinliebhaber und zum Schaufenster der mehr als 50 Winzer. Besucher erhalten Einblick in die Vielfalt der regionalen Weine – Verkostung inklusive.

Die Veranstaltung hat gerade im eventarmen Südburgenland eine besondere Bedeutung. Der Weinfrühling ist für viele Gäste Anlass, ihren Aufenthalt mit Wein, Kulinarik und Tourismus zu verbinden. Das verlängerte Wochenende rund um den 1. Mai bietet die Möglichkeit, die einzigartige Kellerstöcklromantik zu erleben und den Aufenthalt zu verlängern.

Weingäste bringen Geld

Welche wirtschaftliche Bedeutung die Branche hat, zeigt eine Studie zur Weinwirtschaft. Laut dieser beträgt die Bruttowertschöpfung 257,71 Millionen Euro. In der Landwirtschaft entfallen fast 30 Prozent der Produktion auf den Weinbau. Rund 1.800 Winzer verkaufen jährlich zwischen 75 und 95 Millionen Flaschen, mehr als 6.200 Personen sind beschäftigt. Burgenländischer Wein wird in über 60 Länder exportiert, die Exportquote liegt bei 25 Prozent. Wichtigste Märkte sind Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Elf Personen stehen im Garten, halten leere Weingläser hoch und lächeln gemeinsam in die Kamera.

Mehr als 50 Winzer und Millionen an Wertschöpfung prägen das Event im Südburgenland.

Der Tourismus profitiert von dieser Entwicklung. Urlauber, die weinbezogene Angebote nutzen, geben laut Studie im Schnitt um 18 Prozent mehr aus. Das spiegelt sich in den Nächtigungszahlen wider: 2025 wurde mit 3,4 Millionen Nächtigungen eine Rekordbilanz erreicht. Veranstaltungen wie der Weinfrühling sind Teil dieser Entwicklung. Neben Formaten wie dem Martiniloben oder Weinwanderwegen tragen sie dazu bei, den Wein als zentrales Element des touristischen Angebots zu positionieren.

„Der Wein ist mittlerweile eine der bekanntesten Marken des Burgenlands“, betonte Wein Burgenland Obmann Herbert Oschep. Auch die Verbindung von Wein, Kulinarik und Kultur sei wesentlich bei der Vermarktung. Ziel ist es, den Wein nicht nur als Produkt, sondern als Teil der regionalen Identität und als wirtschaftlichen Faktor weiter zu stärken.

Sechs Männer stehen vor einem blauen Bus mit der Aufschrift „Weinfrühling Shuttle“ und halten Weingläser sowie ein Veranstaltungsplakat.

Die Verkehrsbetriebe Burgenland bringen Gäste von A nach B.

Beim Weinfrühling wird den Gästen einiges geboten. Ein kostenloser Shuttle-Bus verbindet die Betriebe. Der Service wird in Kooperation mit den Verkehrsbetrieben angeboten und kann mit dem Weinfrühling-Ticket genutzt werden. Dieses umfasst unter anderem fünf Weinproben pro Betrieb und Tag, ein Weinglas samt Halter, einen Wein-Guide sowie drei Weingutscheine. Auch die Anreise aus Wien und Graz ist mit Busverbindungen möglich. Tickets für die Veranstaltung sind im Vorverkauf erhältlich, danach steigen die Preise in mehreren Stufen.

Bereits am 30. April findet mit der „Wein Trophy“ im Kastell Stegersbach der Auftakt statt. Dabei werden die besten Blaufränkisch und Welschriesling der Region prämiert und im Rahmen eines Vier-Gänge-Menüs präsentiert.

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