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Chronik Burgenland
05/01/2012

Weiche Drogen: Alter Hut mit neuem Ansatz

Während Jungpolitiker von SP, VP und FP weiterhin auf ein Verbot von Marihuana pochen, denkt ein Jung-Grüner anders.

von Georg Gesellmann

Das Thema der Legalisierung von weichen Drogen ist ein alter Hut. Es schert sich eigentlich  niemand mehr darum. Doch die FPÖ,  vor allem die von Pinkafeld, ist hier anderer Meinung und wettert in der Person des  31-jährigen Stadtparteiobmannes Bernd Babitsch gegen die Sozialistische Jugend (SJ), auf deren  Homepage zu lesen ist: Marihuana legalisieren heißt zeitweise auch dem Kapitalismus den Kampf ansagen. Daher fordert Babitsch von der SJ Österreich, nicht von den Pinkafeldern, dass sie diesen Satz von der Homepage entfernen.

Mit Wahlkampf (im Herbst finden Gemeinderatswahlen statt, Anm.,) habe das nichts zu tun, „aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Haschisch gut ist“. Sonst wäre es ja  nicht verboten.Martin Giefing, Landessekretär der SJ, findet es „empörend“, was die Freiheitlichen „hier aufführen“. Für ihn sei es reiner Wahlkampf. Die SJ hätte derzeit „so tolle Kampagnen“ wie  den theoretische Teil der Führerschein-Ausbildung in den Schulunterricht zu integrieren, da fänden Diskussionen um eine Legalisierung von Haschisch keinen Platz. Giefing sei im übrigen nicht dafür, „das ist überhaupt nicht relevant“.

ÖVP-Absage 

Jugendsprecher der ÖVP, Christoph Wolf: „Ehrlich gesagt, ich hab’ mir noch nie darüber Gedanken gemacht, ob man Haschisch freigeben sollte“. Alkohol sei gefährlich genug. Diametral entgegensetzt geht Konstantin Vlasich, Landessprecher der Jungen Grünen, an die Thematik heran. Er sei für eine Legalisierung, weil dadurch der Staat zusätzliche Einnahmen durch Steuern bekäme, und der Schwarzhandel würde unterbunden werden.

Und: „Das Rauchen von Marihuana wirft weniger gesellschaftliche Probleme auf wie Alkohol.“Paul Schlaffer, Leiter der Suchtmittelgruppe, will in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, „dass das Problem der sogenannten weichen Drogen nach wie vor vorhanden ist“. Kokain und chemische Substanzen seien zwar deutlich im Vormarsch, doch auch die Eigenproduktionen von Hanfpflanzen würden zunehmen. Und irgendwer muss  „das Zeug“ auch rauchen. Das  können nicht nur die Althippies sein.

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