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Wie Drohnen seltenen Wiesenvögeln im Seewinkel helfen

Wie im Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel der Konflikt zwischen Vogelschutz und invasiven Arten gelöst wird.
Mann steuert eine Drohne über einem Feld, neben einem Traktor.

Der Hanság südöstlich des Neusiedler Sees musste schon viele Misshandlungen durch den Menschen erdulden. Die frühere Niedermoorlandschaft wurde im 19. Jahrhundert trocken gelegt und für die Landwirtschaft nutzbar gemacht.

Heute steht der Hanság als Teil des Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel wieder unter besonderem Schutz und gilt als eines der wichtigsten Wiesenvogelgebiete Österreichs. Seltene und stark gefährdete Arten wie die Großtrappe, die Wiesenweihe und die Sumpfohreule brüten hier heute wieder in großer Zahl.

Eine Sumpfohreule mit leuchtend gelben Augen sitzt auf einem hölzernen Pfosten vor einer unscharfen grünen Wiese.

Eine Sumpfohreule im Seewinkel

Beim Schutz der seltenen Vögel arbeiten Naturschützer und Seewinkler Landwirte schon seit Jahren konstruktiv zusammen: Damit Gelege und Jungvögel nicht durch Mähmaschinen zerstört werden, wird die Mahd auf rund 140 Hektar Nationalparkfläche seit Jahren vom Frühsommer in den Juli oder August verschoben.

Die Strategie zeigt Wirkung: In den vergangenen Jahren wurden erfreuliche Bestandszunahmen bei den Wiesenbrütern beobachtet.

Neophyten blühen auf

Leider hat die späte Mahd auch eine unerwünschte Nebenwirkung. Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Goldrute breitet sich zunehmend im Nationalpark aus und verdrängt die typischen Pfeifengraswiesen. Auch für die Wiesenvögel werden die dicht wachsenden invasiven Pflanzen (auch Neophyten genannt) langfristig zum Problem: Jungvögel können sich schlechter fortbewegen, zudem leidet die Qualität des Mähguts.

Luftaufnahme einer weiten grünen Wiese mit Traktor und Mähspuren.

Vogelschutz aus der Vogelperspektive: Die Drohnenbilder lassen erkennen, wo gebrütet wird und wo gemäht werden kann.

Was tun? Um den Zielkonflikt zwischen Vogelschutz und der Verbreitung von Neophyten zu entschärfen, setzen Birdlife Österreich und der Nationalpark heuer erstmals auf Wärmebilddrohnen. In mehr als 36 Flugstunden im Mai und Juni wurden Gelege von Großtrappen, Wiesenweihen, Sumpfohreulen und anderen Wiesenbrütern aufgespürt.

Flächen für frühere Mahd freigegeben

„Wir sind uns sehr bewusst, dass Drohnen eine Störung verursachen können, was gerade bei sensiblen Arten wie der Großtrappe ein besonders umsichtiges Vorgehen nötig macht“, sagt Birdlife-Projektleiter Bernhard Paces. Die gewonnenen Daten ermöglichen es, einzelne Flächen früher zu mähen, ohne Gelege zu gefährden. Dadurch könnten Goldrutenbestände langfristig reduziert und wertvolle Brutflächen erhalten werden. „Basierend auf diesem Wissen konnten wir Flächen für die gefahrlose Frühmahd freigeben“, berichtet Paces.

Auch Nationalpark-Fachbereichsleiter Michael Kroiss sieht darin einen wichtigen Schritt: „Als Nationalpark sehen wir uns in der Verantwortung, die Natur mit allen ihren Aspekten zu bewahren.“

Ob die neue Methode erfolgreich ist, wird sich anhand der Daten am Ende der Brutsaison zeigen.

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