Tofu, Bowls & mehr: Vegane Vorreiter im Südburgenland
Vegan-vegetarische Kulinarik des Bistros Lila’s Food.
Von Gernot Heigl und Michael Pekovics
Tofu und Hafermilch galten früher als exotisch, pflanzliche Menüs wurden teils sogar belächelt. Mit kulinarischem Weitblick und als mutiger Vorreiter setzte das Reduce Gesundheitsresort Bad Tatzmannsdorf bereits vor gut zehn Jahren auf vegane Vollverpflegung. Mit großem Erfolg. Denn das Angebot entwickelte sich im Laufe der Zeit vom Nischenprodukt zur begehrten kulinarischen Alternative – und geht längst weit über einzelne Speisen hinaus.
Inzwischen stehen den Kur-, Gesundheitsvorsorge- und Urlaubsgästen der Reduce-Hotels sowohl beim Frühstücksbuffet als auch beim Light Lunch und beim Abendessen pflanzenbasierte Gerichte zur Auswahl. Stets mit Blick auf eine ausgewogene Zusammensetzung der Nährstoffe.
Sogar bei der Getränkebegleitung werden vegane Alternativen angeboten. Rückblickend waren Aufbau und Etablierung einer eigenen veganen Küchenlinie durchaus ein steiniger Weg. Denn bei Gästen, aber auch im hauseigenen Küchenteam, herrschten anfänglich Skepsis und Vorbehalte.
Anfangs gab es Zweifel
Zu groß waren die Mythen und Vorurteile rund um angeblichen Verzicht, mangelnde Sättigung oder fehlenden Geschmack. „Erst kreative Weiterentwicklungen pflanzlicher Speisen konnten sämtliche Zweifel beseitigen“, sagt Marketingleiterin Alexandra Klucsarits. Gewachsen ist diese moderne vegane Gastronomie im Reduce unter professioneller Begleitung.
Wer vegan lebt, lebt nicht automatisch gleich vegan. Zu diesem Ergebnis kommt die bislang größte Untersuchung zu vegan lebenden Menschen im deutschsprachigen Raum. Dafür wurden die Antworten von 2.161 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgewertet.
Die Teilnehmer wurden in vier Gruppen eingeteilt:
- einsatzorientierte Veganer,
- Lebensstil-Veganer,
- pragmatische Veganer und
- vegane Grenzgänger.
Rund 50 Prozent zählen zu den einsatzorientierten Veganern. Sie leben besonders konsequent vegan und setzen sich aktiv für Tierrechte ein. Lebensstil-Veganer leben ebenfalls konsequent vegan, engagieren sich aber seltener politisch.
Die beiden kleineren Gruppen achten bei Leder, Wolle oder tierischen Zusatzstoffen weniger streng auf eine vegane Lebensweise. Interessanterweise zeigen diese beiden Gruppen teilweise ein stärkeres gesellschaftliches Engagement für Veganismus und Tierrechte als Lebensstil-Veganer.
Haubenkoch Siegfried Kröpfl brachte in Zusammenarbeit mit Vertretern der „Österreichischen Veganen Gesellschaft“ Erfahrung und Fachwissen ein, um die pflanzenbasierte Kost auf höchstem Niveau zu etablieren: genussvoll, ausgewogen, vollwertig und faszinierend am Gaumen.
Gäste sind zufrieden
Heute trägt die vegane Schiene die Handschrift von Andreas Fuchs. Der gebürtige Deutschkreutzer mit Stationen in Hongkong, Singapur und New York kochte in einem Wiener 3-Hauben-Lokal, ehe er die Stelle als Küchenchef in den Reduce-Hotels Vital und Thermal annahm. „Dass pflanzlicher Genuss geschmacklich längst mit klassischen Fleischgerichten mithalten kann, zeigt sich auch in zahlreichen positiven Rückmeldungen der Gäste.“
Der Weg von Andreas Fuchs führte über Deutschkreutz nach Asien und New York ins Reduce Gesundheitsresort.
„Vegan war gekommen, um zu bleiben – und das mit Top-Qualität. 2023 wurde unsere Gastronomie in den Reduce-Hotels Vital und Thermal mit der Grünen Haube ausgezeichnet, einem Label, das für einen hohen Anteil an pflanzlichen und biologisch produzierten Lebensmitteln steht“, berichtet Andreas Leitner stolz. Der Geschäftsführer des Reduce Gesundheitsresorts weiter: „2024 folgte das V-Label der Veganen Gesellschaft Österreichs für die gesamte Gastronomie des Resorts.“
Kokos-Panna-Cotta.
- 400 ml Kokos- oder Pflanzendrink (z. B. Mandeldrink)
- 200 g vegane Schlagcreme (z. B. Hafer oder Sojasahne)
- 2 TL Agar Agar
- 2 EL Zucker oder Ahornsirup
- ½ TL Vanillepulver oder Mark einer Vanilleschote
- 200 g weiche Datteln (z. B. Medjool), entsteint
- 90–100 g Nüsse (Cashews oder Mandeln) ,
- 1 EL Nussmus (Mandel- oder Cashewmus)
- 1 EL Chia Samen
- 1 EL Kakaopulver
- 2–3 EL Kokosraspel zum Wälzen
Gäste, die Einblicke in die pflanzenbasierte Küche erhalten, selbst den Kochlöffel schwingen und dem Küchenteam über die Schulter schauen wollen, können das bei den Vegan Cooking Weekends. Auskünfte zu den besonders gefragten Events gibt es direkt in den Reduce-Hotels.
Vegan und Veggie only
Dass Tofu, Bowls, veganes Essen und hausgemachte Limonaden längst mehr kein Nischenprogramm sind, beweist auch das Lokal Lila’s Food in Oberwart. Seit mittlerweile 13 Jahren betreibt Livia Kassanits ihr Bistro in der Bezirkshauptstadt – mit zunehmenden Erfolg. Seit einigen Jahren werden ausschließlich vegane oder vegetarische Speisen angeboten.
Bei der Eröffnung vor 13 Jahren war die Skepsis noch groß.
Auf der Karte stehen wechselnde Gerichte mit klingenden Namen wie „Gelungene Verkuppelung“ (Kohlrabi-Cremesuppe mit Holunder und Minze), „Light Style Bowl“ (cremige Polenta, Spargel, Zitrone, Cherry Tomaten, Ei) oder „Pakora Bowl“ (Gemüse, Veggie-Pakoras, Süßkartoffel-Creme, Erbsen, Minze, Chili). Gekocht wird mit frischen Zutaten, die nach Möglichkeit aus der Region stammen.
Geöffnet ist Mittwoch und Donnerstag von 11.30 bis 15 Uhr sowie Freitag von 11.30 bis 21 Uhr; Tischreservierung wird empfohlen.
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