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Chronik Burgenland
08/07/2020

Trend zum Recycling: Altes wird neu genutzt

In Zeiten der Krise werden Second-Hand-Läden begehrter. Auch die Wiederaufbereitung alter Elektrogeräte wird öfter zumThema.

Auch wenn es nur langsam geschieht: Das Konsumverhalten wandelt sich. Das bestätigt auch Christoph Haider, Geschäftsführer des sozialökonomischen Trägervereins „Mein Laden“ in Mattersburg.

Seit mehr als zehn Jahren werden in dem Geschäft Kleidung, Spielwaren, Möbel und andere Dinge des täglichen Lebens angeboten. Die Waren sind gebraucht, was man ihnen aber oft nicht ansieht. Die Nachfrage steigt, wenn auch nur leicht.

„Wir bekommen in letzter Zeit fast ungetragene Markenkleidung, über die sich unsere Kunden irrsinnig freuen“, betont Haider. Die Preise sind natürlich niedriger als bei neuer Ware.

Gerade jetzt, in Zeiten von Corona, merke man ein zunehmendes Interesse an den vergleichsweise günstigen Angeboten. Dabei spiele der finanzielle Gedanke ebenso eine Rolle wie das Umdenken, nicht alles wegwerfen, sondern wiederverwerten zu wollen, sagt Haider.

Man merke, dass die Konsumenten nicht mehr soviel Geld zur Verfügung hätten. Das Projekt hat auch noch ein anderes Ziel: Es soll langzeitarbeitslosen Frauen und Männern den Sprung in die Arbeitswelt ermöglichen.

Gefördert wird der Verein, wie andere sozialökonomische Projekte vom AMS Burgenland und vom Land.

Eine "Schatzgrube"

Einjähriges Jubiläum feierte dieser Tage ein anderes Projekt im Landessüden: Die „Schatzgrube“ in Großpetersdorf, die von der Volkshilfe betrieben wird.

„Nicht die wirtschaftlichen Aspekte stehen im Vordergrund, sondern die sozialen Aspekte“, erklärt Volkshilfe Präsidentin Verena Dunst. Nach einem Jahr zieht sie zufrieden Bilanz: Mehr als 7.000 Einkäufe und mehr als 10.000 Besucher wurden seit September 2019 gezählt. Vier Mitarbeiter schafften den Sprung in ein neues Dienstverhältnis.

Aktionen wie das Late-Night- Shopping und das Repair Café hätten zum Erfolg beigetragen, so Projektleiterin Cornelia Halper.Nicht nur der Ausbau der Schatzgrube, auch weitere solcher Projekte sind laut einem Sprecher der Volkshilfe im ganzen Land geplant.

900 Tonnen Bildschirme verwertet

Seit 25 Jahren hat sich das Burgenländische Schulungszentrum (BUZ) Neutal durch das Projekt „Die Weiche“ dem Wiederverwertungsgedanken verschrieben.

900 Tonnen Bildschirme wurden im Vorjahr von knapp 200 Langzeitarbeitslosen in Einzelteile zerlegt, die durch den Umweltdienst Burgenland (UDB) der weiteren Verwertung zugeführt werden. Etwa ein Drittel der Weiche-Mitarbeiter konnte nach einigen Monaten für einen neuen Job vermittelt werden, sagt BUZ-Geschäftsführer Christian Vlasich.

Deutschkreutz: Elektrogeräte wieder "fit" machen

Den Gedanken hat auch Deutschkreutz’ Bürgermeister Manfred Kölly aufgegriffen: „Viele der bei uns entsorgten Elektrogeräte sind noch funktionstüchtig.“

Der Ortschef sucht nun nach einem Elektriker, der die Geräte wieder „fit macht“. Diese sollen dann durch die Gemeinde online zum Verkauf angeboten werden.

Mit dem Erlös wolle man Familien im Dorf helfen, sagt Kölly. "Durch die Corona-Krise gibt es immer mehr Menschen, die sich etwa einen neuen Fernseher nicht mehr leisten können."

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