„Brauchen dringendst ein Tierschutzhaus im Südburgenland“
Seit 2012 gibt es zwischen Eisenstadt und Siegendorf im Nordburgenland ein landeseigenes Tierschutzhaus. Der „Sonnenhof“ versteht sich zwar als Tierschutzkompetenzzentrum des Burgenlandes, dennoch werden seit seinem Bestehen Pläne für ein zweites Tierschutzhaus im Landessüden gewälzt.
Konkreter wurden die Überlegungen mit Bildung der rot-grünen Landesregierung vor einem Jahr. Ein Tierschutzhaus im Südburgenland steht im Regierungsprogramm. Einen Zeitplan gibt es nicht – die Grünen haben vergeblich versucht, ein Datum ins Programm zu reklamieren.
Seit einem Jahr wird ein Standort gesucht, der laut Sprecher von Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) zwei Kriterien erfüllen muss: Um zusätzliche Bodenversiegelung zu vermeiden, soll ein bestehendes Objekt umgebaut und adaptiert werden. Und dieses Objekt soll fernab von bewohntem Gebiet stehen. Bisher wurde man nicht fündig.
Private Vereine skeptisch
Dabei drängt die Zeit, wie Tierärztekammerpräsident Thomas Neudecker betont: „Dringendst“, antwortet der in Oberwart ordinierende Veterinärmediziner auf die Frage, ob es überhaupt ein Tierschutzhaus im Landessüden brauche. „Wir sind hier komplett abgeschnitten und das Haus ist schon so lange im Gespräch“.
Dass der gegenwärtige Zustand mit nur einem Tierschutzhaus „ineffizient und weit weg von jeder Praktikabilität“ sei, betont auch Alice Siebenbrunner, Obfrau des privaten Vereins „Wir fürs Tier Oberwart“.
So müssten Streunerkatzen von Sonnenhof-Mitarbeitern abgeholt werden, hin und zurück sind das knapp 200 Kilometer. Geht die Fahrt von Eisenstadt in die Bezirke Güssing oder Jennersdorf, werden noch viel mehr Kilometer gefressen.
Bis zur Abholung sollen die Tiere zudem von der jeweiligen Gemeinde verwahrt werden. „Welche Gemeinde ist schon dafür eingerichtet“, fragt Siebenbrunner, die mit ehrenamtlichen Helfern – und seit Kurzem auch „eineinhalb“ Angestellten – ein Haus für bis zu 40 Katzen betreibt.
Im Vorjahr habe es erstmals finanzielle Unterstützung vom Land gegeben, die mache aber nur rund zehn Prozent des Vereinsbudgets aus, 90 Prozent kämen aus Spenden.
Siebenbrunner ist zwar auch für den Ausbau der Infrastruktur im Süden, aber unter Einbindung der bestehenden behördlich geprüften privaten Tierschutzvereine. Sprich: Statt ein neues Tierschutzhaus zu eröffnen, sollten bestehende Einrichtungen der Region stärker unterstützt werden. Das sei auch günstiger, ist die Obfrau überzeugt.
Das Land hat andere Pläne: Wenn das Tierschutzhaus erst einmal eröffnet sei, würden sich viele der genannten Probleme auflösen, glaubt man im Büro Haider-Wallners. Plan sei, bis Ende März einen Standort zu finden. Dann könne mit einer Machbarkeitsstudie begonnen werden. Danach werde „klarer, wie und unter welchen Bedingungen weitergearbeitet werden kann.“
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