Suche nach Massengrab beim Kreuzstadl startet

Suche nach Massengrab beim Kreuzstadl startet
Vorbereitungen abgeschlossen, ab Dienstag wird bei Verdachtsflächen neben der Gedenkstätte gegraben

Am Montag traf ein Bagger des Bundesheeres in Rechnitz, Bezirk Oberwart, ein. „Wir haben heute mit ersten Sondierungsarbeiten gestartet und die Grabungsstellen vermessen“, sagt Walter Reiss, von der Gedenkinitiative Refugius.

Gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt machen sich die Archäologen und Experten auf die Suche nach den Gräbern der rund 180 jüdischen Zwangsarbeiter. Sie sollen von Nationalsozialisten in den letzten Tagen des Krieges im März 1945 nach einem Fest im Schloss Rechnitz ermordet und verscharrt worden sein. Bisherige Grabungen und der Einsatz von Bodenradar konnte das Grab der Opfer noch nicht finden. „Dieses Mal graben wir im Garten eines Reitstalls neben dem Kreuzstadl“, sagt Reiss. Es gebe dort drei Verdachtsflächen, wo sich Gräben oder auch Gräber befinden könnten, wie Bodenradaraufzeichnungen zeigen.

Ausgrabungen

Im Herbst 2020 führte eine Kontaktaufnahme mit dem Rechnitzer Altbürgermeister zu neuen Ergebnissen. Denn schon im Jahr 1964 wurde eine Skizze mit einem Hinweis angefertigt, wo sich das Massengrab befinden könnte. „Sollten wir hier nichts finden, haben wir noch zwei drei Stellen, die wir schon bei der vorigen Grabung untersuchen wollten“, sagt Reiss. Die Arbeiten sind jedenfalls für die nächsten zwei bis drei Wochen ausgelegt.

2015 übernahm die Abteilung für Archäologie des Bundesdenkmalamtes das Projekt „Rechnitz“. Es wurden seitdem schon mehrere Grabungen durchgeführt. Diese Quellen reichten von Zeugenaussagen bis hin zu Luftbildern, die ausgewertet wurden. Die Untersuchungsflächen sind damals schon ausgeweitet worden, jedoch ohne Erfolg.

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