Zwei Störche

© APA/ROBERT JAEGER

Rust
06/26/2014

Störche wieder im Aufwind

Vor 17 Jahren gab es zwei Brutpaare. Das Aus für die Tiere drohte. Heute ist die Situation weit besser.

von Georg Gesellmann

Was wäre Rust ohne Störche? Ungefähr so, wie wenn das Riesenrad in Wien seinen Geist aufgeben würde und abgebaut wird. Doch dieses Szenario, Rust ohne Störche, hätte viel schneller passieren können als man denkt. Denn vor 17 oder 18 Jahren gab es nur mehr zwei Brutpaare in der Freistadt. "Die Tendenz ging damals steil abwärts", sagt der heutige Storchenvereins-Obmann Josef Karassowitsch: "Es war zu befürchten, dass die Störche ausbleiben."

Also musste etwas geschehen. Der Storchenverein wurde gegründet, Aktionen gestartet. Ackerflächen – mittlerweile 16 Hektar – wurden gepachtet, um den Störchen Nahrung zu bieten. "Denn damals war es so, dass viele Bauern ihren Betrieb einstellten und die Flächen brach liegen ließen". Und somit gab es für die Tiere keine Futtermöglichkeiten.

Zählung

Das vorprogrammierte Aussterben der Störche in Rust konnte mit den Maßnahmen verhindert werden, ergab eine kürzlich stattgefunden Storchenzählung: 36 hungrige Mäuler werden derzeit von ihren Eltern über den Dächern der Freistadt mit Futter versorgt. "Wir haben heuer vier Nester mit vier Jungstörchen drinnen", schildert Karassowitsch. 16 Paare wurden gezählt und davon zwölf Brutpaare.

Mit den drei Dutzend Jungtieren liege man annähernd im Schnitt vergangener Jahre. "Die machen bereits die ersten Flugübungen. Sie sind schon ziemlich groß. Die Alten müssen am Abend schon ausweichen auf die Nachbarrauchfänge, weil sie keinen Platz mehr haben", berichtet der Vereinsobmann.

Mit dem Futternachschub gebe es derzeit kein Problem. "Jetzt geht wieder die Dreschzeit los", seit einigen Tagen laufe die Getreideernte. Das mache die Futtersuche einfacher: "Auf den Feldern gibt es Mäuse genug." Nahrung finden die Störche auch auf den Wiesen am Seeufer. Schon in der Früh kreisen dort 15 bis 20 Störche in der Luft, erklärt Karassowitsch.

Gut genährt

Bei der Zählung habe man beobachtet, dass die Jungtiere gut gepflegt und gut ernährt seien: "Eigentlich sind die Alten gut dahinter – diesmal." Lediglich ein Jungstorch sei heuer aus dem Nest geworfen worden. Das Treiben der Störche lässt sich auch im Internet unterwww.rust.at/index.php/webcams.html verfolgen. Etwa ab dem 20. August machen sich die Störche wieder zum Abflug in den Süden bereit.

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