Staatsanwaltschaft Wien verlangt Auslieferung von Norbert Hofer
Norbert Hofer
Die Staatsanwaltschaft Wien will Ermittlungen gegen FPÖ-Mandatar Norbert Hofer aufnehmen und hat beim burgenländischen Landtag um dessen Auslieferung ersucht, berichtete am Montag die APA. Zum KURIER sagte Hofer am Montagabend: Er nehme das zur Kenntnis und sei „gespannt, wie der Landtag entscheiden wird“.
Geprüft werden soll eine Aussage des Ex-FPÖ-Chefs bei einer Demo im Juni 2020, wo er bei einer Kundgebung der Wiener FPÖ am Viktor-Adler-Markt vor rund 2.500 Besucherinnen und Besuchern gesagt haben soll: „Ich fürchte mich nicht vor Corona, Corona ist nicht gefährlich. Da ist der Koran gefährlicher, meine Lieben, als Corona.“
Es bestehe der Verdacht auf Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren. Schon 2020 wollte die Staatsanwaltschaft wegen dieser Aussage ermitteln. Der Nationalrat stimmte damals jedoch einstimmig gegen die behördliche Verfolgung des damaligen Dritten Nationalratspräsidenten.
Die Abgeordneten begründeten das damit, dass ein Zusammenhang zwischen der Äußerung und der politischen Tätigkeit Hofers bestehe.
Seit der Landtagswahl im Jänner 2025 sitzt der 54-Jährige aber nicht mehr im Nationalrat, sondern im burgenländischen Landtag. Bis vor wenigen Wochen war Hofer Klubchef der blauen Landtagsriege, seit seinem Wechsel in die Privatwirtschaft ist er nur noch einfacher Abgeordneter. Über dessen mögliche Auslieferung muss nun der rot-grün dominierte Landtag – mit einfacher Mehrheit – entscheiden.
"Kein Problem mit Auslieferung"
Zuletzt war ein anderer FPÖ-Mandatar aus ganz anderen Gründen ausgeliefert worden. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt hatte gegen Sandro Waldmann wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt, nachdem er bei einer Veranstaltung mit einem anderen Besucher aneinandergeraten war. Waldmann kam mit einer Diversion davon.
Dass nach so langer Zeit ein Antrag kommt, wundert Hofer zwar, aber „wenn mich der Landtag ausliefert, habe ich auch kein Problem damit“, sagt er.
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