© Julian Heissenberger

Chronik Burgenland
08/15/2020

Seelsorge einmal anders: Die Kirche geht auf Reisen

Die MobileKirche der Evangelischen Jugend macht noch heute, Samstag, Station in Weiden am See.

Wer das Strandbad in Weiden am See besucht, findet dieser Tage ein ungewöhnliches Angebot: Damit die Schäfchen nicht ins Gotteshaus gehen müssen, macht die „MobileKirche“ Halt am Neusiedler See.

Julian Heissenberger, Kaplan in der Stadtpfarre Neusiedl am See, und Thorben Meindl-Henning, Lehrvikar in der evangelischen Pfarrkirche Gols, hatten sich entschlossen, „Seelsorge einmal anders“ anzubieten.

„Es ist kein Geheimnis, dass seit einigen Jahren eine Generation fehlt, die in die Kirche geht“, sagt Heissenberger. Die Corona-Krise habe die Zahl der Kirchenbesucher weiter schrumpfen lassen.

„Wir haben uns gedacht, verlassen wir einmal die übliche Umgebung und suchen einen Ort, der nicht typisch ist“, sagt der katholische Geistliche.

Die Neugier siegt

Seit Anfang August steht die MobileKirche – ein umgebauter Bauwagen samt Altar, Kruzifix und kleinem Weihwasserbecken – im Strandbad und hat bisher etliche Neugierige angelockt. Bis heute, Samstag, kann das Angebot genutzt werden.

„Unser Ziel ist nicht, Leute aktiv anzusprechen“, sagt Heissenberger. Viele würden sich im ersten Moment denken, dass es sich bei dem blauen, sieben Meter langen Zweitonner samt Kirchturm und einer Taube darauf um eine Freikirche handle. „Die Leute werden neugierig und kommen.“

Auch wenn es die Möglichkeit zur Beichte gebe, genutzt werde dieses Angebot eher weniger. „Wir beten miteinander, lesen den Kindern biblische Geschichten vor und sie dürfen die Glocken läuten.“

Sogar ein Besucher aus Tirol sei da gewesen, der sich vom neuen pastoralen Konzept überzeugen wollte. Heute, zu Mariä Himmelfahrt, lädt man abends zum ökumenischen Gottesdienst. Der Einsatz des interkonfessionellen Wagens ist damit aber keinesfalls zu Ende – im Gegenteil.

Erst seit wenigen Monaten bietet die Evangelische Jugend (EJ)die MobileKirche mit Sitz im mittelburgenländischen Stoob gegen Entgelt zum Verleih an, wie Mitorganisator, Diakon Oliver Könitz, erklärt.

„Wir haben überlegt, wie wir die Kirche zu den Menschen bringen. Dafür müssen wir raus aus alten Mauern“, sagt Könitz. Er selbst habe die „Kirche unterwegs“ schon in Deutschland erlebt, wo sie etwa bei einem gut besuchten Heavy-Metal-Konzert in der Nähe von Hamburg gebucht wurde.


Durch die Corona-Krise sei dieses interreligiöse Angebot noch interessanter geworden, sagt Könitz. Es gebe Anfragen für Trauungen ebenso wie für Kindersegnungen. Die nötige Ausstattung ist in der – von vielen freiwilligen Helfern der Evangelischen Jugend gestalteten – MobilenKirche vorhanden:  Bei dem Wagen kann die Predigt-Klappe weit geöffnet und zur Bühne werden. Stromerzeuger, Leinwand, Beamer, Soundanlage, Bühnentechnik und -beleuchtung sind vorhanden.

Sponsor für "Zugpferd" gesucht

 20.000 Euro  hat die EJ in das Projekt investiert. Jetzt braucht man noch dringend irdische Unterstützung für das Fortbewegungsmittel des  „himmlischen Wagens“: Für den Ankauf eines Fahrzeuges, mit dem der Container gezogen werden kann, ist man  auf der Suche nach Sponsoren.


www.mobilekirche.at

 

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