© Roland Pittner

Chronik Burgenland
09/29/2020

S7: Baustart für Abschnitt Ost

Spatenstich für Bauabschnitt Ost, Schmetterling verzögert die Eröffnung um ein Jahr

von Roland Pittner

Spatenstiche rund um den Bau der S7 (Fürstenfelder Schnellstraße) gab es schon einige. Doch über Jahrzehnte verzögerte sich das Straßenbauprojekt zwischen der A2 bei Fürstenfeld und Heiligenkreuz im Burgenland öfters. Erste Pläne für die Straße gab es schon in den 70er Jahren. 2018 folgte dann ein Spatenstich und seit damals wird an der 28,4 Kilometer langen und rund 760 Millionen Euro teuren Strecke auch gebaut.

Am Dienstag schwangen die Landeshauptleute Hans Peter Doskozil und Hermann Schützenhöfer gemeinsam wieder die Spaten – diesmal zum Start des Abschnitts Ost. „Besonders wichtig für mich ist, dass durch diese Verkehrsachse das südlichste Burgenland als Wirtschaftsstandort deutlich gestärkt wird“, erklärt SPÖ-Landeshauptmann Doskozil beim Spatenstich. Auch der steirische ÖVP-Landeshauptmann Schützenhöfer sieht den Bau als positives Signal, „die Steiermark, das Burgenland und Ungarn besser zu vernetzen, das schafft neue Perspektiven, gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit“.

Eröffnung

Bei der S7 wird zuerst der Abschnitt West von der A2 bis Rudersdorf fertiggestellt, der 2023 für den Verkehr freigegeben werden soll. Hier wird auch der erste Straßentunnel des Burgenlandes in Rudersdorf errichtet. Der nun offiziell begonnene Abschnitt Ost wird erst 2024 fertiggestellt.

Eine im Vergleich zur Geschichte des Projekts kleine Verzögerung, die auf einen kleinen Wiesenbewohner zurückzuführen ist, wie Asfinag-Geschäftsführer Alexander Walcher erklärt: „Der Wiesenknopf Ameisenbläuling kommt hier vor.“ Für den geschützten Schmetterling müssen ökologische Ausgleichsflächen angelegt werden. Da im Burgenland keine zusätzlichen Flächen zu bekommen waren, hat die Asfinag 18 Hektar bei Großwilfersdorf in der Steiermark gekauft. „Erst wenn diese Flächen als Lebensraum für die Insekten angelegt sind, können wir in diesem Bereich weiter bauen“, sagt Walcher, der seit gut 20 Jahren mit der Errichtung der Schnellstraße betraut ist. „Die S7 ist eines meiner Herzensprojekte, bei dem alle Beteiligten und Betroffenen einen langen Atem und viel Geduld bewiesen haben“, sagt Walcher.

Neben den Ausgleichsflächen für den Wiesenknopf Ameisenbläuling, werden auch 14 Amphibienlaichgewässer und 24 Hektar Brachland angelegt. Außerdem sollen 50.000 neue Bäume auf mehr als 100 Hektar gepflanzt werden.

2021 soll die ungarische Autobahn M80 bis Heiligenkreuz fertig sein. Geht alles nach Plan, wird damit 2024 die schnelle Verbindung von der A2 über Heiligenkreuz bis nach Ungarn möglich sein.

Die Wirtschaft Burgenland WiBUg hat bereits 20 Hektar Gewerbegebiet entlang der Straße bei Rudersdorf angekauft. Hier sollen sich nach der Fertigstellung Firmen ansiedeln. Auch im Businesspark Heiligenkreuz hofft das Management auf neue Firmen, durch die Schnellstraße. Für die Anrainer soll die S7 Entlastung von Verkehrslärm bringen, rund 20.000 Fahrzeuge sind täglich in den Ortschaften unterwegs.

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