„Rosengarten“: Neue Nutzung des Pflegeheims soll bis Sommer feststehen

Bad Sauerbrunn. Lindhorst Gruppe ist Eigentümerin des früheren Pflegeheims.
Seniorenresidenz Rosengarten Bad Sauerbrunn

Ein Kapitel der Causa „Rosengarten“ in Bad Sauerbrunn soll am Montag abgeschlossen werden, ein anderes bleibt vorerst offen.

Wie berichtet, muss sich die ehemalige Geschäftsführerin des Pflegeheims am Landesgericht Eisenstadt vor einem Schöffengericht wegen betrügerischer Krida und grob fahrlässiger Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen verantworten. Laut Anklage soll sie etwa nachträglich in Rechnung gestellte Managementleistungen von mehr als 300.000 Euro in den Jahresabschlüssen nicht als Verbindlichkeit ausgewiesen haben.

Hintergrund des Prozesses ist die im November 2023 erfolgte Insolvenz der Betreibergesellschaft des Pflegeheims, der „Altenbetreuung DGW gemeinnützige GmbH“ aus Wien, und eine darauffolgende Anzeige des Landes bei der Staatsanwaltschaft. 

Seit zwei Jahren steht Haus leer

Für die 51 Bewohnerinnen und Bewohner musste in anderen Pflegeheimen Platz gefunden werden, das seit 2010 bestehende Pflegeheim in der Kurgemeinde wurde Anfang 2024 geschlossen.

Seither steht das Gebäude in der Kirchengasse 6 in Bad Sauerbrunn leer.

Und damit ist schon das oben erwähnte offene Kapitel angesprochen. Denn die Immobilie befindet sich bereits seit März 2022 in deutschem Besitz. Eineinhalb Jahre vor der Insolvenz hat DGW die Liegenschaft in Sauerbrunn um 7,6 Millionen Euro brutto an das Familienunternehmen Lindhorst mit Sitz in Niedersachsen verkauft – DGW war danach bis zur Schließung des Pflegeheims nur noch Mieter.

Weil der Mietvertrag auf 15 Jahre abgeschlossen wurde, war Lindholm im Insolvenzverfahren auch größter Gläubiger der gestrauchelten DGW.

Der KURIER fragte am Freitag in Norddeutschland nach, was der Eigentümer mit der prominenten Immobilie in der Kurgemeinde vorhat. Man befinde sich noch in der Planung, aber „noch in diesem Halbjahr“ solle die künftige Nutzung des Hauses feststehen, so eine Sprecherin der Lindhorst Gruppe. 

Das 1931 gegründete Unternehmen hat vier Geschäftsfelder – Land- und Forstwirtschaft, erneuerbare Energien, Bau & Immobilien sowie Pflege & Gesundheit. Zuletzt hat Lindhorst stark auf Seniorenresidenzen gesetzt.

Das Haus in der Kirchengasse 6 wurde 1911 für den jüdischen Kaffeehausbetreiber Karl Bank aus Wiener Neustadt errichtet, danach war es Hotel und von 1922 bis 1930 Sitz der burgenländischen Landesregierung.

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