Überraschung in Rechnitz: Amtsleiterin wird Bürgermeisterin
Evelyn Knopf und Daniel Karacsonyi bilden die Spitze.
Politische Überraschung in der Marktgemeinde Rechnitz: Ab 2027 wird die derzeitige Amtsleiterin Evelyn Knopf das Bürgermeisteramt übernehmen und Ortschef Martin Kramelhofer (SPÖ) nach zehn Jahren ablösen. Die 44-jährige Politikwissenschaftlerin, die derzeit nicht im Gemeinderat vertreten ist, setzt sich damit gegen zehn Gemeinderäte, vier Vorstandsmitglieder und den Vizebürgermeister der roten Fraktion durch.
Dazu kam es, weil nach dem bereits länger geplanten Ausstieg Kramelhofers ursprünglich dessen Stellvertreter als Nachfolger vorgesehen war, dann aber kurzfristig nicht mehr zur Verfügung stand. „Das hat mit meiner beruflichen Veränderung zu tun, weil sich beides zeitlich nicht ausgegangen wäre“, sagt Daniel Karacsonyi, der vom Posten als Direktor der Sportmittelschule Oberschützen ins Büro des Bildungsdirektors nach Eisenstadt wechselte und als Koordinator für Landesbildungsprojekte tätig ist.
„Er bleibt aber mein Vizebürgermeister“, sagt Evelyn Knopf. Ende des Vorjahres wurde sie erstmals parteiintern mit der Nachfolge als Ortschefin konfrontiert. „Natürlich ist das eine große Verantwortung. Aber auch eine reizvolle Aufgabe. Zugute kommt mir, dass ich seit rund zweieinhalb Jahren Amtsleiterin bin. Daher ist es im Aufgabenbereich kein allzu großer Sprung.“
Einstimmig nominiert
Seit 25 Jahren ist sie SPÖ-Mitglied, war im Vorstand der örtlichen Jungen Generation und saß mehrere Jahre im Gemeinderat, ehe sie aus beruflichen Gründen das Mandat zurücklegte und nach Wien zog. „Ich habe der Politik aber nie den Rücken gekehrt und auch in dieser Zeit an Veranstaltungen in meiner Heimat teilgenommen“. Seit 2013 lebt Knopf wieder in Rechnitz.
In den Gremien wurde die Rechnitzerin einstimmig als Nachfolgerin Kramelhofers designiert. Sobald sie das Bürgermeisteramt übernommen hat, legt sie die Amtsleitung zurück und schult ihre Nachfolge ein.
Dass sie in der künftigen Funktion nicht ernst genommen wird, befürchtet sie nicht. „In der Bevölkerung werde ich als Bürgermeisterin an Inhalten gemessen.“ Ziele der zweifachen Mutter: Zügige Fertigstellung des Erlebnissees, Um- und Ausbau des Bildungscampus, Umsetzung eines Pflegestützpunktes sowie Errichtung eines Demenzzentrums der Caritas.
Eindeutig Stellung bezieht Knopf auch zur Aufarbeitung des „Massakers von Rechnitz“ im Jahr 1945 im Bereich des Kreuzstadls. „Selbstverständlich unterstütze ich die Suche nach dem Massengrab. Für die Aufarbeitung wäre es wichtig, dass wir endlich zu einem Ergebnis kommen.“Gernot Heigl
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