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Rechenzentrum in Nickelsdorf: Womit man rechnen kann

Die ÖVP fordert von der Landesregierung Antworten auf offene Fragen rund um das kolportierte Großprojekt neben der A4.
Weite Getreidefelder mit Strommasten unter wolkigem Himmel.

Die Ernte auf der Parndorfer Platte wird heuer weit unterdurchschnittlich ausfallen. Das lässt sich mit freiem Auge erkennen. Der Mais steht auf jenem Feld, bei dem die ÖVP Burgenland am Freitag zur Pressekonferenz geladen hat, vielleicht 1,50 Meter hoch. Neben dem Kukuruz verdorrt sogar das Unkraut.

„Wenn es nicht einmal mehr die Distel aushält, dann sollte das ein Zeichen dafür sein, wie trocken es ist in unserer Region“, sagt der Halbturner Bürgermeister Markus Ulram und spielt damit auf eine der großen offenen Fragen an, wenn es um das Rechenzentrum geht, das hier neben der A4, auf Nickelsdorfer Hotter, angeblich geplant ist: Woher soll das Wasser kommen, das zum Kühlen der Anlage notwendig sein wird?

Drei Männer stehen in einem trockenen Maisfeld unter bewölktem Himmel.

Christoph Zarits, Markus Ulram, Gerald Handig von der ÖVP.  

ÖVP-Landesparteiobmann Christoph Zarits beteuerte am Freitag, nicht grundsätzlich gegen das Projekt zu sein: „Wir sagen Ja zu Investitionen und Betriebsansiedlungen.“ Aber auch: „Wenn massiv Boden, Wasser und Energie beansprucht werden, gleichzeitig aber kaum neue Arbeitsplätze entstehen, wäre das ein Armutszeugnis für die Ansiedlungspolitik des Landes.“

Die ÖVP will nun im Landtag Anfragen an die rot-grüne Landesregierung bezüglich des kolportierten Rechenzentrums einbringen. Neben der Wasserthematik sollen auch Fragen zu Arbeitsplätzen und Infrastruktur gestellt werden: „Wir wollen wissen, welche zusätzlichen Leitungen und Datentrassen notwendig sind, welche Flächen dafür beansprucht werden und wer die Kosten dafür trägt“, erklärt Ulram.

In puncto Stromversorgung dürften bereits Vorbereitungen laufen: Das Umspannwerk Zurndorf befindet sich in unmittelbarer Nähe und soll aufgestockt werden.

Offen bleibt indes noch, ob für das Rechenzentrum eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig sein wird – Teile des über 70 Hektar großen Areals, auf dem das Land einen interkommunalen Businesspark geplant hatte, liegen im Natura-2000-Gebiet. Ebenso unklar bleibt, wie die Abwärme der Anlage genutzt werden soll.

Kein zweites Kronstorf?

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) versuchte unterdessen Befürchtungen zu entschärfen, die Anlage in Nickelsdorf könnte ähnliche Ausmaße wie das Google-Rechenzentrum in Kronstorf (OÖ) annehmen. Ein Zentrum in dieser Dimension „wird es bei uns nicht geben“, sagte er im Standard.

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