Prüfer nehmen Fußballvereine ins Visier

Hans Niessl
Foto: Georg Gesellmann Frühjahr 2004: Landeshauptmann Niessl weiß mit den Ball umzugehen und kennt die Sorgen der Funktionäre

Sämtliche Fußballvereine werden von der Gebietskrankenkasse geprüft. Selbst LH Niessl kann es nicht verhindern.

Nach einem KURIER-Artikel Anfang März dieses Jahres über die Kontrollen der Gebietskrankenkasse und des Finanzamtes bei Fußballklubs gingen die Wogen bei burgenländischen Vereinen hoch.

"Gewisses Unbehagen", wie es ein Funktionär ausdrückt, machte sich breit: Welcher Verein ist der nächste,  der von der Gebietskrankenkasse oder dem Finanzamt geprüft wird, der seine Kicker als Arbeitnehmer auch rechtens angemeldet hat?

Für den Direktor der Burgenländischen Gebietskrankenkasse (BGKK), Christian Moder, ist die Sache einfach und klar definiert: "Es wird jeder Verein geprüft. Immerhin leben wir in einem Rechtsstaat und es sind gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, die nicht ich bestimme, sondern das Gesetz."

Moder fordert eine Gleichbehandlung für alle  Dienstnehmer, "und damit ist aber keine Schließung von Fußballvereinen verbunden". Er gibt aber zu bedenken, dass die Fußballer aufgrund einer Verordnung bereits bevorzugt werden. Denn bei bis zu 560 Euro Salär sind sie  nicht verpflichtet, Sozialversicherungsabgaben  zu leisten, während andere Dienstnehmer bereits bei 370 Euro dazu aufgefordert sind. Ob er Dimitri,  Klaus oder Tibor heißt.

Andere Maßstäbe

Weil "viele Vereine", so ein Insider, "mit dem Rücken zur Wand stehen",  wandten sie sich  an Landeshauptmann und  zuständig  für Sport,  Hans Niessl. Und der Landeshauptmann – ehemaliger Ballesterer, einst 20 Jahre im Fußball tätig  und Besitzer einer Trainerlizenz – hat naturgemäß ein offenes Ohr für die Sorgen der Funktionäre, die ja ein Sterben ihrer kleinen Vereine befürchten.  "Es werden bei uns Maßstäbe angelegt, die in anderen Bundesländern (NÖ, Anm.,) nicht zum Tragen kommen", sagt Niessl, meint aber im Gegenzug: "Doch wenn jemand in der Regionalliga 2000 Euro verdient, dann muss er seine Abgaben zahlen. Für Ausnahmen bin ich hier nicht zu haben."

Anders sei es bei unterklassigen, kleinen Klubs, "wo es um ein paar hundert Euro geht". Die  sollte man verschonen. Die derzeitige Richtlinie von 560 Euro sollte  man  nach Meinung des Landeshauptmannes erhöhen. "Wir brauchen hier Freigrenzen." Wie hoch die sein sollten, darüber "muss man diskutieren".

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(kurier) Erstellt am
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