Chronik | Burgenland
11.01.2012

Prozess: Lehrer hatte Sex mit Schülerin

Der Professor beteuert, erst nach dem 18. Geburtstag des Mädchens mit ihm geschlafen zu haben. Der Prozess wurde vertagt.

Ganze 41 Jahre trennten einen burgenländischen Lehrer und eine Schülerin. Doch wenn er über die sexuelle Beziehung mit ihr spricht, so klingt das aus seinem Mund wie die selbstverständlichste Sache der Welt.

Natürlich habe er mit ihr geschlafen. Aber erst nach ihrem 18. Geburtstag. „Da war sie dann meine Freundin“, sagt der heute 61-Jährige vor Gericht. Man hätte auch zusammenziehen wollen, weil das Mädchen unter der dominanten Mutter gelitten hätte. Doch daraus sei nichts mehr geworden. „Im Mai 2010 hat sie mit mir Schluss gemacht“, erklärt der Pädagoge.

Der Staatsanwalt sieht die Sache anders. Er wirft dem mittlerweile suspendierten Lehrer vor, mit der damals 17-jährigen Schülerin zwischen 2008 und der Matura im Juni 2009 mehrfach den Beischlaf vollzogen zu haben als sie noch minderjährig und eben seine Schülerin gewesen sei. Er habe sein Autoritätsverhältnis ausgenützt.

Intim

„Der Tatvorwurf ist unrichtig“, behauptet Verteidiger Jürgen Kubin. Sein Mandant habe erst nach der Matura eine Beziehung mit dem Mädchen gehabt. Die Schülerin hatte aber vor der Disziplinarbehörde ausgesagt, dass Ende der siebenten oder Anfang der achten Klasse sehr wohl eine intime Beziehung bestanden hätte.

„Ich weiß gar nicht, wie sie auf so eine Situation kommt“, empört sich der Gymnasialprofessor. Er hatte das Mädchen in Geografie unterrichtet und ihr in Latein Nachhilfe gegeben. „Da war aber nie irgendetwas“, so der Angeklagte. Bei der Matura im Juni 2009 sei er gar nicht mehr dabei gewesen. Er sei bereits am 30. April 2009 suspendiert worden.

Auf die Frage von Richter Wolfgang Rauter, ob er wisse, dass ihm von einer anderen ehemaligen Schülerin Ähnliches vorgeworden werde und es seit Jahren Gerüchte um seine Person gebe, empört sich der Lehrer abermals. „Das sei ungeheuerlich. Ich weiß nicht, woher das alles kommt. Denn die beiden haben durch mich nur profitiert vom Schulischen her gesehen“, erklärt der Beschuldigte.

Da sich der Angeklagte nicht schuldig bekennt, wurden zur Klärung des Sachverhaltes weitere Zeugen beantragt. Der Prozess wurde auf 24. Jänner vertagt.