© Passionsspiele

Chronik Burgenland
05/16/2021

Passionsspiele St. Margarethen coronabedingt heuer abgesagt

„Wer nicht proben darf, kann auch nicht spielen“. Veranstalter kritisieren Vorgaben.

Die Passionsspiele St. Margarethen werden heuer nicht stattfinden. Begründet wurde die Absage am Sonntag unter anderem mit den Corona-Maßnahmen. „Wer nicht proben darf, kann auch nicht spielen“, betonten die Veranstalter. Angedacht ist nun eine Verschiebung auf das Jahr 2022. Von Mai bis Juli könnten die Passionsspiele dann im Steinbruch über die Bühne gehen.

Über mehrere Wochen hinweg habe der Vorstand auf eine Ausnahmegenehmigung durch die Behörden gewartet. Diese Genehmigung sollte Proben der rund 400 Laiendarsteller unter der Leitung von Regisseur Alexander Wessely ermöglichen. Für das Sicherheitskonzept habe es allerdings seitens der Bezirkshauptmannschaft Eisenstadt-Umgebung kein grünes Licht gegeben.

„Öffnung zu spät“

Das Lockdown-Ende und die damit verbundene Öffnung am kommenden Mittwoch, 19. Mai, kämen zu spät, sagen die Verantwortlichen. Bis zur Premiere am 3. Juli wären „zu wenig Probentage übrig geblieben“, die Laiendarsteller hätten jedes Wochenende bis zu sieben Stunden üben müssen, um eine „halbwegs anschaubare Inszenierung hinzubekommen“. Eine solche „Hau-Ruck-Passion“ sei mit den eigenen Qualitätsansprüchen nicht vereinbar.

Maximal 50 Darsteller auf der Bühne

Kritisiert wurde die Regelung, dass bei Proben und Aufführungen von Laien nur 50 Darsteller auf der Bühne sein dürfen. Dies sei „umso bitterer, weil kaum 100 Meter entfernt die Oper auf der großen Bühne im Steinbruch keine Beschränkungen hat. Dort sind die Darsteller beruflich beschäftigt“.

Die ersten Passionsspiele in St. Margarethen fanden 1926 statt. Seit 1961 gehen sie nach einer Anregung des burgenländischen Bildhauers Karl Prantl im Normalfall alle fünf Jahre im Römersteinbruch über die Bühne.

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