Simulator-Training in Neusiedl am See

┬ę /Michael Fritscher

Neusiedl/See
01/16/2017

Aviation Academy Austria: Pannonische Piloten im Aufwind

Ausbildung und Training in der Aviation Academy Austria boomen. Jetzt soll expandiert werden.

von Theresa Gsellmann

Dass die Krise in der Luftfahrt vor├╝ber ist, sp├╝rt ein Betrieb im Burgenland sehr deutlich: Die Aviation Academy Austria boomt. Waren es vor f├╝nf Jahren noch 15 Sch├╝ler, die den Grundstein f├╝r ihre Pilotenkarriere in Neusiedl am See gelegt haben, so freut sich die private Flugschule ├╝ber 35 Piloten-Anw├Ąrter im aktuellen Jahrgang. Auch das zweite Standbein des Unternehmens erlebt einen H├Âhenflug. Die Nachfrage von Piloten renommierter Airlines nach Simulator-Trainings steigt stetig.

Nun soll expandiert werden. Ein f├╝nfter Simulator soll angeschafft und Kapazit├Ąten f├╝r noch mehr Sch├╝ler geschaffen werden.

Aus aller Welt

So international wie das Einsatzgebiet eines Piloten sind auch die Sch├╝ler in Neusiedl. Sie kommen aus Australien, Mexiko, Kenia, Russland, Frankreich und dem restlichen Europa. Immer mehr arabische Familien lassen ihre Spr├Âsslinge im Burgenland ausbilden, verr├Ąt Marketing & Sales Director Hans-Georg Rabacher. Rund 18 Monate dauert der Lehrgang im Vollzeitmodus, f├╝r den die Sch├╝ler tief in die Tasche greifen m├╝ssen. 72.500 Euro kostet das Investment in die berufliche Zukunft, meist wird das Studium mithilfe von Ausbildungskrediten finanziert.

Was man neben dem Kapital noch unbedingt braucht, um Pilot zu werden? "Einen unabdingbaren Willen", wei├č Rabacher aus eigener Erfahrung. Es sei nicht nur ein Beruf, sondern eine Lebenseinstellung, die das Privatleben sehr beeintr├Ąchtigt.

Trotz der derzeit gro├čen Nachfrage am europ├Ąischen Markt, d├╝rfen sich angehende Piloten aber nicht erwarten, "dass man heute mit der Ausbildung fertig ist und morgen einen Job hat", gesteht Rabacher. Ein wenig Geduld braucht es und ein gro├čes Ma├č an Flexibilit├Ąt, um im internationalen Business Fu├č zu fassen.

Der Gro├čteil der Sch├╝ler komme mit dem Wunsch Berufs- und Linienpilot zu werden, "aber wenn sie sehen, wie breit das Berufsspektrum ist, entscheiden sich viele anders", erz├Ąhlt Rabacher. Er selbst fliegt prominente Pers├Ânlichkeiten bei einem deutschen Business-Jet-Unternehmen. Viel erz├Ąhlen darf er aber nicht dar├╝ber.

Umso mehr wei├č er ├╝ber die Flugschule zu berichten. Der praktische Teil wird ├╝berwiegend in Wiener Neustadt vermittelt, dort werden erste Starts, Landungen und kurze Fl├╝ge in Propellermaschinen ge├╝bt. Emergencys, also Notf├Ąlle aller Art, werden in den Simulatoren in Neusiedl trainiert. Da es sich um Original-Cockpits und keine Nachbauten handelt, sind die Maschinen auch bei Airlines ├Ąu├čerst begehrt. Austrian Airlines etwa schickt seine Piloten regelm├Ą├čig f├╝r Sicherheitstrainings ins Burgenland. Auch exotische Unternehmen wie Air Panama und iranische Fluggesellschaften haben Neusiedl auf dem Radar. J├Ąhrlich werden 3500 Piloten f├╝r Ernstf├Ąlle in der Luft geschult. Vor f├╝nf Jahren waren es knapp 1000. Mit vermehrten Terror-Anschl├Ągen habe dieser massive Anstieg aber nichts zu tun. "Die gesetzliche Grundlage hat sich nicht ver├Ąndert, wir haben auch schon vorher alle m├Âglichen Szenarien trainiert", kl├Ąrt Rabacher auf. In sp├Ątestens zwei Jahren steht der Flugschule noch ein weiterer Simulator zur Verf├╝gung, bestellt ist das 10 Millionen Euro teure High-Tech-Ger├Ąt schon.

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