Operette um Ortschef in Mörbisch

Mit 1. Februar hätte Jürgen Marx der jüngste Bürgermeister Österreichs sein sollen. Doch sein Vorgänger bleibt im Amt.

Landtagspräsident Gerhard Steier sind offenbar die Pferde durchgegangen. Das Drehbuch für einen Bürgermeisterwechsel in Mörbisch wird immer noch in der Gemeinde geschrieben und nicht in Eisenstadt“, sagt Peter Vargyas, Bürgermeister der Festspielgemeinde zum KURIER. Der 38-Jährige hatte in der Gemeinderatssitzung vom Dienstag für einen Knalleffekt gesorgt. Entgegen allen Ankündigungen trat er nicht von seinem Amt zurück und erwähnte den geplanten Rücktritt auch mit keinem Wort.

Dabei hatte Steier, der auch Bezirksparteiobmann der SPÖ ist, am Freitag vergangener Woche bereits Vargyas’ Nachfolger präsentiert. Der 25-jährige Jürgen Marx war bereit das Amt anzutreten. Die Mörbischer SPÖ hatte sich einstimmig auf ihn geeinigt. Mit 1. Februar wäre er somit der jüngste Ortschef Österreichs gewesen.
Ärger „Ich habe mich nie auf ein Datum festgelegt. Ich habe gesagt, dass ich irgendwann im Jänner, Februar gehen werde. Wann das ist, bestimme noch immer ich“, sagt Vargyas, der Marx als seinen Wunschkandidaten bezeichnet und den jungen Nachfolger in Ruhe ins Amt einführen möchte.

Bezirksparteiobmann Steier hat mit dieser Aktion gar keine Freude. „Vargyas soll jetzt nicht den Spieß umdrehen und sich in die Opferrolle drängen. Keiner zwang ihn zum Rücktritt. Das Datum hat er stets überall kolportiert“, ärgert sich der SPÖ-Mann. Die öffentliche Präsentation von Marx sei nötig gewesen, damit dieser  „überhaupt eine Chance zum Überleben hat“, zeigt sich Steier als Beschützer des 25-Jährigen.

Vargyas war zu dieser Präsentation nicht geladen und wie man hört ist es mit der Kommunikation zwischen ihm und der Landes-SPÖ ohnehin nicht zum Besten bestellt.
Vargyas will den jungen Bürgermeisterkandidaten ebenfalls beschützen und dafür sorgen, „dass er  im Herbst auch bei der Wahl kandidiert.“ Fix ist diese Kandidatur nämlich nicht. Wie der KURIER erfuhr, könnte bei den Wahlen eine Frau antreten. Ist  Marx nur ein Lückenbüßer? „Nein, er hat meine volle Unterstützung“, verspricht Bezirksobmann Steier. Marx war für den KURIER nicht erreichbar.

( Kurier ) Erstellt am 01.02.2012