Ohne Verkehr keine Zuwächse

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Nach Bahn-Aus: VP-Nationalrat Glaser übt Kritik an der Verkehrspolitik des Landes und befürchtet eine verstärkte Absiedelung im Süden.

Einen direkten Zusammenhang zwischen Schließung der Bahnlinie Oberwart-Friedberg und der künftigen Bevölkerungsentwicklung ortet Nationalrat Franz Glaser. „Während Gemeinden mit guter Verkehrsanbindung wie Neusiedl und Parndorf, die über einen Autobahn- und Eisenbahnanschluss verfügen, praktisch explodieren, verlieren  nicht erschlossene Gebiete“, betont der VP-Politiker und präsentiert Daten der aktuellen Volkszählung. In den letzten zehn Jahren konnte das Nordburgenland um 9522 Personen zulegen, der Süden verlor im gleichen Zeitraum 1051 Bewohner.

„In Orten an der ungarischen Grenze verzeichnen wir ein Minus von 17, 18 Prozent“, erläutert Glaser. „Die Bevölkerung dort ist  außerdem überaltert. In weiterer Folge fehlt alles – Ärzte, Kaufhäuser.“ Zudem sieht er Arbeitsplätze in Gefahr, Unternehmen würden eine Absiedelung in Erwägung ziehen.

Aber auch Gemeinden, die sich in vergangenen Jahren wirtschaftlich etabliert hätten, etwa Güssing mit dem Zentrum für Erneuerbare Energie, müssten Verluste in der Statistik – im konkreten Fall 103 Einwohner – hinnehmen. „Weil sie peripher liegen“, sagt Glaser.

Die Schließung der Strecke Oberwart-Friedberg für den Personenverkehr bezeichnet der Abgeordnete als „größten Schildbürgerstreich“ von Ministerin Bures und Landeshauptmann Niessl. Eine parlamentarische Anfrage an Bures habe es gegeben, die Antworten seien jedoch nichtssagend ausgefallen.

„Der Güterverkehr könnte auch bald eingestellt werden, denn das Volumen wird nicht ausreichen“, wagt Glaser einen Blick in die Zukunft. Wann dies der Fall sein werde? Spekulationen würden von Ende 2012 ausgehen.

Novelle

Franz Glaser, VP-Nationalrat
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Einen Hoffnungsschimmer sieht Glaser in der Novelle zum Eisenbahngesetz, die beschlossen wurde. „Wird eine Strecke aufgelassen, so ist  jetzt eine dreimonatige öffentliche Ausschreibung verpflichtend.“ Dadurch solle eruiert werden, ob ein anderer Betreiber Interesse habe. „Für Oberwart-Friedberg gibt es solche, aber das Land muss auf den Plan treten,  ohne Unterstützung wird es ein Privater nicht schaffen“, betont Glaser.

( Kurier ) Erstellt am 19.12.2011