ÖVP baut Luftschlösser, SPÖ ein Rathaus

Über das Sorgenkind von Mattersburg, die Michael-Koch-Straße, wird weiter diskutiert. Lösungen gibt es – vorerst – keine.

Michael Ulrich ist nicht nur ÖVP-Stadtparteiobmann von Mattersburg, sondern auch Vizebürgermeister. Dass ihm die Stadt ein Anliegen ist, liegt wohl auf der Hand. Und deshalb will er mit "fünf konkreten Vorschlägen" die Innenstadt beleben.

So möchte er eine "effiziente Wirtschaftsförderung, die wirklich bei den Unternehmen ankommt", so Ulrich. Konkret dazu befragt macht der 29-Jährige der Stadtregierung den Vorwurf, 20.000 Euro links liegen gelassen zu haben und an Wirtschaftstreibende, die Akzente zur Innenstadtbelebung geliefert hätten, nicht weitergegeben zu haben. "Stimmt nicht", hört man aus dem Büro von SP-Bürgermeisterin Ingrid Salamon, "es wurde schlicht und einfach kein dementsprechender Antrag gestellt".

Ulrich fordert weiters eine Stunde Gratis-Parken in der Innenstadt, wogegen sich laut dem Vizebürgermeister die SPÖ wehre: "Stimmt auch nicht. Es gab in dieser Causa seit Jahren keinen offiziellen Antrag."

Voller Selbstbewusstsein fordert der Jung-Politiker auch einen Wulka-Radweg, den samstägigen Bauernmarkt auszuweiten oder auch einen Kommunikations- und Spielplatz als "Treffpunkt für Jung und Alt auf der Bachdecke".

Zum echten Problemkind von Mattersburg, die zentrale Michael-Koch-Straße,  hält sich Ulrich bedeckt. Vorerst einmal sei die Stadtpolitik  gefordert, "da geschieht aber nichts", sagt er und zweitens: "Ich muss zugeben, mir fällt zur Michael-Koch-Straße auch nichts ein."

Spekulationen

Was an dieser 400 Meter langen Straße angesiedelt wird, darüber kann man  – seit Jahren –  nur spekulieren. Selbst die immer wieder kolportierte Verlegung des Rathauses  in die Michael-Koch-Straße ist nicht mehr aufrecht. "Es gibt mehrere Optionen, nicht nur die Michael-Koch-Straße", sagt Karl Aufner, Amtsleiter der Stadtgemeinde.  Es gebe eine zweite "sehr konkrete" Überlegung, die er vor  Abschluss der Verhandlungen nicht nennen möchte. "Mit Sicherheit" könne er eine Übersiedlung ins Einkaufszentrum (MEZ) ausschließen.

Die dritte Variante: Das jetzige Rathaus zu sanieren. "Das würde verdammt teuer kommen, mindestens so teuer wie ein Neubau", sagt der Amtsleiter. Die Entscheidung soll demnächst fallen.

( Kurier ) Erstellt am 03.04.2012