Chronik | Burgenland
31.12.2017

"Österreichs nächster Topwinzer"

Der Südburgenländer Andreas Grosz hat in der Fernsehsendung alle Kandidaten hinter sich gelassen.

"Hallo Fernsehstar, wie geht’s?" Andreas Grosz ist mit dem KURIER auf dem Weg in ein Kaffeehaus in Wien Landstraße. Er schaut sich um und lacht. "Ah servus, danke gut." Seit der Jungwinzer aus Gaas (Bezirk Güssing) die Puls4-Fernsehsendung "Österreichs nächster Topwinzer" für sich entschieden hat, ist der Südburgenländer kein Unbekannter mehr. "Jetzt werde ich sogar schon in Wien angesprochen", meint er schmunzelnd. Ganz so ist es aber dann doch nicht, denn "es ist ein Bekannter, der mir jetzt zufällig über den Weg gelaufen ist".

"Junge Weingärten sind wie Kinder, man muss sie erziehen. Die Arbeit in jungen Jahren merkt man dann, wenn sie älter sind." Wenn Andreas Grosz über seine Weingärten spricht, merkt man ihm die Leidenschaft an, mit der er ans Werk geht. Diese Leidenschaft hat auch Leo Hillinger in seiner Sendung " Österreichs nächster Topwinzer" gespürt. Fünf Wochen lang haben er und zwei weitere Jurymitglieder die Kandidaten auf Herz und Nieren geprüft. Am Ende war es ein Kopf an Kopf Rennen zwischen den Kandidaten, das Andreas Grosz letztendlich für sich entscheiden konnte. "Ich war nie ganz gut bei den Challenges, aber auch nie schlecht, immer Platz zwei oder drei. Am Ende hatte ich die Nase aber dann doch vorne", sagt Grosz.

Dabei wollte er sich anfangs gar nicht als Kandidat bewerben. "Als ich den Aufruf im Fernsehen gesehen habe, dachte ich mir gleich: Nein, das mache ich sicher nicht. Dann hat es mir aber doch keine Ruhe gelassen."

Umwege zum Wein

Doch der Weg zum Topwinzer war kein gerader. "Ich habe mich zwar immer für den Weinbau meiner Eltern interessiert, aber es war eigentlich immer klar, dass mein Bruder den Betrieb übernimmt", erzählt er. Er habe "viel probiert, aber ich bin nirgends angekommen". Das Wirtschaftsstudium habe er schnell wieder ad acta gelegt und stattdessen an der Fachhochschule Eisenstadt den Abschluss im Weinmarketing gemacht. Heute arbeitet er Vollzeit in Wien im Finanzministerium. Doch nicht mehr lange. Mit dem Sieg als Österreichs nächster Topwinzer, wird es im kommenden Jahr einige Veränderungen geben. "Bereits Anfang des Jahres werde ich Stunden reduzieren und im April dann auf Vollzeitwinzer umsatteln."

"Einen Blaufränkischen trinke ich am liebsten. So wie bei uns wird er sonst nirgendwo auf der Welt. Genau das macht ihn aus", sagt Grosz. Generell sei ihm wichtig, dass seine Weine Charakter haben. "Darin spiegelt sich vieles wider: die Landschaft, der Boden, die Lage. Meine Eltern haben bereits viel Weitblick bewiesen. Unser Weingarten hat eine perfekte Lage, der Boden ist super. Das schafft eine sehr gute Ausgangsbasis", erklärt der Südburgenländer.

Andreas Grosz will, wie er sagt, Weinbau ohne Kompromisse machen. Daher würde es auf Dauer auch nicht funktionieren, wenn er weiterhin in Wien arbeitet, ist er überzeugt.

Seine Pläne als Vollzeitwinzer? "Im Frühling geht es erst einmal mit Leo Hillinger nach Afrika. Dann habe ich vor, das Weingut weiter auszubauen. Aber alles in einem gewissen Rahmen und Schritt für Schritt und wenn alles passt. Die Qualität darf keinesfalls darunter leiden. Die ist das Wichtigste."